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Mittwoch, 25. März 2009, 21:17

Unbekanntes Bajonett in Extra- Ausführung

Hallo! Vielleicht weis jemand mehr alsich.... Vermutlich eine Privatwaffe gefertigt von L. Zeitler Wien. Klingenl.51cm vernickelt, an der Spitze etwas breiter.Gesamtl.65,5cm. Knauf( wie Fliegerdolch) und Parierstange Messing vergoldet mit Portepee. Säbeltasche nicht ursprünglich. Grüsse Josef

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Freitag, 27. März 2009, 17:17

RE: Unbekanntes Bajonett in Extra- Ausführung

Hallo Josef!
Wie du richtig bemerkt hast, ähnelt dein sehr schönes Bajonett dem kuk Fliegerdolch , der (fast unbezahlbar als zeitgenössisches Originalstück -ähnlich wie die kuk Marinedolche) als Sammleranfertigung angeboten wird. Um 1917/18 tauchen aber private Bajonette auf, die dem deinigen sehr ähneln und auch oft von Zeitler sind. Meines Wissens nach sind diese nicht normiert. Auch sind projektierte Dolche für die Nachkriegszeit (bei damals gedachtem Fortbestand der Monarchie) deiner Seitenwaffe ebenfalls sehr ähnlich.
Ungewöhnlich an deinem Bajonett ist die Klingenlänge und Klingenform, wo vielleicht eine ehemalige persönliche Säbelklinge als Erinnerung an bessere (Vorkriegs-) Zeiten, wo man noch Säbel trug, umgearbeitet worden ist. Soferne es keine spätere Sammlerfertigung ist, ein schönes Beispiel eines privaten Bajonettes a.d. Zeit um 1917/18. Theoretisch kann es auch als Reminiszenz an glorreiche Zeiten auch in der Zwischenkriegszeit entstanden sein (Zeitler fertigte vielbeschäftigt auch in dieser Zeit). Bei den vielen diversen Wehrverbänden besonders im Ständestaat wurden von ehemaligen Weltkriegsoffizieren gerne Seitenwaffen aus dem WK getragen oder in der alten Form nachbeschafft, soferne diese nicht ohnehin Vorschrift waren. Eventuell denkbar ist auch der zu allen Zeiten gewesene dual use ehemaliger militärischer Blankwaffen zu Zwecken der Jagd. Das Portepee dürfte, da nicht Gold (sieht man schlecht, kein Offz-Portepee sein. Allenfalls ein ungewöhnliches Stück!
mlG Gerhard
A.E.I.O.U.