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Samstag, 2. Oktober 2010, 11:17

Steirischer Korbdegen um 1600

Hallo Blankwaffenfreunde !

Eine ebenso häufig verwendete Waffe, vor allem in der Steiermark,
waren der Korbsäbel und der Korbdegen, daher möchte ich einen solchen Korbdegen aus meiner Sammlung vorstellen.
Abmessungen :
Gesamtlänge 106 cm,
Klingenlänge 92 cm,
Klingenbreite 3,9 cm,
Parierstangenbreite 23 cm,
Gewicht 1,3 kg.
In den Gefäßen von Korbdegen findet man die unterschiedlichsten Klingen montiert.
Die häufigste Klingenform war die lange und breite keilförmige Klinge für Hieb und Stich,
die dann ab ca 30 cm vor der Klingenspitze zweischneidig war.

Gruß Willi
Willibald Meischl

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »schifferlbauer« (2. Oktober 2010, 11:18)


2

Samstag, 2. Oktober 2010, 12:25

Herzlichen Dank. Ein sehr schönes Stück Geschichte.
Gruß

corrado26

3

Sonntag, 3. Oktober 2010, 14:12

Dieser Degen ist wunderschön, ich bewundere vor allem auch das Gefäss (Knauf u. Parierstangenenden!!!--auch die Fischhaut ist interessant). Klingenmarkenelemente hier tauchen ebenfalls auf steir. Waffen der Zeit auf.
mlG Gerhard
A.E.I.O.U.

4

Montag, 4. Oktober 2010, 10:45

Zitat

Original von corrado26
Herzlichen Dank. Ein sehr schönes Stück Geschichte.
Gruß

corrado26


Hallo corrado 26

Danke für das Compliment

Grüße Willi
Willibald Meischl

5

Montag, 4. Oktober 2010, 11:43

Zitat

Original von Doppeladlerkorb
Dieser Degen ist wunderschön, ich bewundere vor allem auch das Gefäss (Knauf u. Parierstangenenden!!!--auch die Fischhaut ist interessant). Klingenmarkenelemente hier tauchen ebenfalls auf steir. Waffen der Zeit auf.
mlG Gerhard


Hallo Gerhard

Freut mich, dass Dir mein Degen gefällt. Zu der Fischhaut ist anzumerken, dass die Steiermark damals unter Erzherzog Ferdinand (ab 1619 Kaiser Ferdinand II. ) noch bis zur Adria reichte (zB. Uskogen Kriege mit Venedig ), daher sind viele Steirische Waffengriffe aus der Zeit mit Rochenhaut überzogen. Leider wurde viele Griffe im Laufe der Zeit von Restauratoren unsachgemäß einfach mit schwarzem Lack überstrichen, wodurch die Struktur der Fischhaut nich mehr zu erkennen ist. Ebenso wurden viele Klingen noch bis ca Mitte des 20 Jahrhunderts brutal mit elektrischen Drahtbürsten und Schleifpapier bearbeitet um sie für die Betrachter atraktiver zu machen.
Anzumerken ist aber, dass bei der grossen Menge an benötigten Waffen natürlich auch gewöhnliche Ledergriffe in Verwendung waren( zB Steirische Dusägge 1580 ).
Es gibt aber noch die sogenannten Depotwaffen, also Waffen die nie im Gefecht verwendet wurden, zB. im Grazer Zeughaus, in der Hof Jagd und Rüstkammer, im Heeresgeschichtlichen Museum, im Historischen Museum der Stadt Wien, in Burg Oberkarpfenberg, Deutschlandsberg usw. so wie in Privaten Sammlungen, die noch mehr oder minder unberührt sind und die Klingen zeigen, die zwar leicht vergraut ( etwas dunkler im Farbton ) aber ohne Rosteinschlüsse ( sprich Narben ) sind.
Solche Waffen zeigen dann den original Zustand und auch die Fischhaut, falls vorhanden, bei den Griffstücken.

Freundliche Grüsse
Willi
Willibald Meischl

6

Montag, 4. Oktober 2010, 17:54

Ebenfalls sehr informative Antwort--es spricht aus dir der wissende kompetente Sammler!!!
mlG Gerhard
A.E.I.O.U.