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Mittwoch, 15. Dezember 2010, 12:29

Norddeutscher (Offiziers ?) Felddegen um 1620

Hallo Sammler und Blankwaffenfreunde

Nachdem ich nun einige Pistolen aus meiner Sammlung gezeigt habe, möchte ich euch wieder einen Degen aus meinem Alteisen Angebot
vorstellen.
Einen Norddeutschen Felddegen um 1620.
Da diese Gefässform nicht den üblichen Felddegen entspricht, ist anzunehmen dass es sich um einen Offiziersdegen handelt. Die Form der Klinge und ihre Stärke, ebenso wie das Gewicht, zeigt eindeutig dass es sich um eine millitärische Waffe handelt.
Gesamtlänge 1100 mm
Klingenlänge 897 mm ohne Fehlschärfe
Ricasso 60 mm
Klingenbreite 38 mm
Klingenstärke 8 mm
Gewicht 1298 g

Trotz seines relativ hohen Gewichtes ist der Degen hervorragend ausbalanciert und als Fechtwaffe geeignet. Auch das spricht dafür,dass
es sich um eine Offizierswaffe handelt. Da Offiziere meist Adelige waren
hatten sie in ihrer Ausbildung noch als Jugendliche bereits Fechtunterricht.

Gruß
Willi
Willibald Meischl

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »schifferlbauer« (15. Dezember 2010, 12:31)


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Mittwoch, 15. Dezember 2010, 12:33

RE: Norddeutscher (Offiziers ?) Felddegen um 1620

Fortsetzung von Seite 1
Willibald Meischl

3

Samstag, 18. Dezember 2010, 15:22

Hallo Willi!
Eine absolut ansprechende, ästhetische Blankwaffe. Da ich lernen will, muss ich fragen: was speziell macht für dich hier den nordischen Typus (ev. im Vergleich zum süddeutschen Raum) eigentlich aus?
mlG Gerhard
A.E.I.O.U.

4

Montag, 20. Dezember 2010, 15:48

Hallo Gerhard

Die Formen der Degengefäße waren sehr stark von Modeströmungen beeinflusst.
Die Süddeutschen, zu denen auch Österreich gehörte, zeigen italienische und spanische Karakteristik und die Norddeutschen
französischen und wallonischen Einfluss.
Der Unterschied liegt meist in der Form der Parierstangen, geschwungen eher italienisch, gerade französisch und in der Anordnung der Eselshufe. Terzseitig oder beidseitig. Mit einem Stichblatt versehen, oder ohne. Die Italienischen Gefäße hatten meist nur einen Eselshuf und kein Stichblatt. Auch die Anzahl der Parierbügel kann bei der Zuordnung helfen. Je mehr desto nördlicher.
In dem besonderen Fall meines Degens kommt hinzu, dass als Faustschutz beidseitig eine eingerollte Schlange die Hand schützt und das weist eindeutig auf den nordischen Raum hin. Da Schlangen oder Drachen auch in der nordischen Mythologie ein Symbol sind und im süddeutschen Raum kaum in Verwendung standen.
Das Gefäß meines Degens mit dem gleichen Knauf habe ich erst einmal
gesehen und zwar im Auktionskatalog 2001 von Stauffer. Damals war der Auktionär noch Michael Pfannenberg, den du sicher von den Sammlerbörsen, wie Senftenberg usw. kennst. Ich hänge dir einBild an, dann kannst du die beiden Gefäße vergleichen. Ich möchte noch erwähnen, weil es auch sehr selten ist, dass die Griffwichklung bei dem Staufferdegen seitenverkehrt ist, wie auch bei einem meiner Fischschwanzdegen.

Liebe Grüse und Frohe Festtage, auch an alle Sammlerfreunde
Willi
Willibald Meischl

5

Samstag, 25. Dezember 2010, 14:11

Danke, Willi!:]
mlG Gerhard
A.E.I.O.U.