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Montag, 7. November 2011, 09:53

SG 98/05nA von Dietrich, Altenburg

Ich konnte vor kurzem ein Seitengewehr 98/05nA erwerben, welches mir im Detail betrachtet, zwei Fragen aufgibt: a. Das Seitengewehr ist nur auf der rechten Klingenseite mit "L.O. DIETRICH ALTENBURG" (zweizeilig) gestempelt - die linke Klingenseite ist komplett unbestempelt. Ich war bislang der Meinung, dass Dietrich nur zugelieferte Klingen (-> Becker, Hartkopf) konfektioniert hat. Ist bekannt, ob Dietrich auch selbst Klingen hergestellt hat, oder wurde nur vom Klingenzulieferer der Stempel nicht geschlagen ? b. Die Stahlscheide ist nicht brüniert sondern lackiert. Die Lackschicht ist noch zu ca. 75% erhalten - der Rest ging durch Flugrost und mechanische Abnutzung (Seitengewehrtasche) verloren. Der Lackauftrag hat starke Ähnlichkeiten mit dem bei späteren Ausgehseitengewehren und ist definitiv nicht mit dem Pinsel erfolgt. Das Metall unter der Lackschicht ist blank. Bislang sind mir nur brünierte, verkupferte und geschwärzte oder nachträglich überlackierte Scheiden untergekommen. Gab es zu dieser Zeit ebenfalls fabrikmässig lackierte Scheiden ? Das Seitengewehr selbst weist nur jeweils eine Abnahme am linken Griffende sowie auf dem Mundblech der Scheide auf. Über schlüssige Antworten/Meinungen dazu würde ich mich freuen. Gruß 16011964

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Dienstag, 8. November 2011, 06:03

RE: SG 98/05nA von Dietrich, Altenburg

Hallo,

zu a)

Die Firma Dietrich stellte keine eigenen Klingenrohlinge her, sondern bezog diese immer von Fremdfirmen. Es kommen ab und an Stücke vor, denen dieser Stempel fehlt, dies ist von Seiten des Klingenherstellers geschuldet.

zu b)

Stahlblechscheiden waren generell immer brüniert. Es kommen jedoch Stücke vor, deren Brünierung sich im Einsatz abgetragen und denen man im Felde eine Schwarze oder auch Feldgraue Lackierung aufgetragen hat. Die geschah dann aus Tarngründen, in gleicher Weise wie es bei Aushilfsseitengewehren praktiziert wurde.
Glanzlack wurde dabei jedoch nicht verwendet, auch haben die Stücke kein Aussehen einer industriellen Lackierung.

Handelt es sich um Lack, der mit Ausgehstücken identisch ist, kann es sich um eine Nachkriegsüberarbeitung handeln. Die ehemaligen Träger der Stücke haben sich oftmals diese so "veredeln" lassen.

Sammlergruß
Sebastian Thiem