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vonmazur

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1

Freitag, 24. August 2012, 03:47

Garde IOD 89 n/A....??

Sammlergruessen Alle: Nun habe ich dieses IOD M 1889, neues mir....Aus dem "Hertzen Dunkles E-Bay" gekauft!!! Und nicht sehr Teurer!!

Ich habe fragen ueber dieses Degen....An welches Regiment gehoert es?? Was ist die genaues bedeutung von die beidene Chiffren auf die Griffstueck? ?( Man findet Gardestern und Herrliche Chiffre davon...

Am Ruecken der Klinge, geaetzt; "WEYERBERG & CO. SOLINGEN"

Griffstuecke ist Holtz, mit FIschhaut darueber, SIlbernes Draht umwickelt. Alle Griffteilen sind aus Messing mit Gold, "Fein Cizliertes" so wie "DeLuxe" Fertigung...Hochklappender "Adler" ist am beiden Seiten Cizliert.....Es erscheint mir als sehr gutes Handwerkung! :)

Geschwaertze Lakierte Scheide mit ein wegsbaeriges Ring, Einhacks Oese am Ruecken. Der Fingerschlaufe steht im zehr gutes zustand.. :) Sehr Selten im Amerika heute!!

Ueberall Laenge: 95,5 cm
Waffen Laenge: 94,5 cm
Klingen Laenge: 80,0 cm
Max. breite: 22 mm
Max. Staerke: 8 mm

Dale
"hans værge hamrede så fast,
at gotens hjelm og hjerne brast."

2

Freitag, 24. August 2012, 08:26

hallo vonmazur,
Infanterie Offiziers Degen n/M ( IOD89 ), Privatstück mit Klappgefäß, Preusseninitialien mit Gardestern und Hersteller aus Solingen.
Luxusdegen waren z.Z.der Alten Armee ein beliebter Brauch von der Verwandtschaft nach Erhalt des Leutnantspatent einen zu schenken bzw. einen von seinen Offizierkameraden wegen einem besonderen Anlass zu bekommen, dieser scheint einer zu sein! wobei......Chiffre und Gardestern nicht so häufig sind.
Da hast du einen wunderschönen Geschenkdegen bekommen, Gratulation dazu :thumbsup:
Anmerkung:
Offiziere schafften sich ihren IOD auf eigene Rechnung an.
Das Privatstück unterscheidet sich von einer Dienstwaffe durch das Fehlen aller Abnahmestempel und des fiskalischen Eigentumsstempels W mit Jahreszahl auf dem Klingenrücken ggf. klappbares und/oder vergoldetes Gefäß, lackierte Scheide
und beim vorliegenden Stück, die dreifache Drahtwicklung am Griff, die stark verkleinerte Ausführung. 1915 wurden die Degen offiziell abgelegt und viele Offiziere trugen stattdessen ein Seitengewehr KS98.

mfg. harvay

3

Freitag, 24. August 2012, 19:18

. 1915 wurden die Degen offiziell abgelegt und viele Offiziere trugen stattdessen ein Seitengewehr KS98.

mfg. harvay


Hallo,

die Thematik hatten wir hier ja schon einmal. Das mit dem KS 98 ist zwar nicht falsch, allerdings trifft das nicht in jedem Fall zu. Vor allem die Frontoffiziere haben sich von dieser Regel sehr abgehoben (siehe angehängter Link mit einigen Bildern). Der Frontoffizier glich sich im Laufe des Weltkrieges in der Bewaffnung immer mehr den Gemeinen an. Anders wäre es letztlich auch nicht gegangen.

Ausgehseitengewehr in Form des KS 98

Sammlergruß
Sebastian

vonmazur

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4

Dienstag, 28. August 2012, 03:01

Ich habe Fragen noch...

Hallo! Ich moechte zu wissen, die geanues bedeutung ueber dieses Degen. Das Offiziere seinem Degen kauften muesste, das ist mir ganz Klar...Aber, warum gibt's die beidenen "Insignia" am dieses Degen?? War dieser Offizier aus einem Linien Regiment, und spaeter in die Garde Corps?? Erinerren Sie bitte, das im Amerika, es gibt fast gar keine informationen ueber Deutschte Blankwaffen... :(

Danke!!

Dale
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5

Dienstag, 28. August 2012, 08:53

hallo Dale,

also ....mit diesem Degen wurde früher flaniert(Spatzieren) gegangen oder auch bei besondere Anlässe waren wurde er angelegt, daß heißt dieser wurde nur zur Schau getragen es war also keine Kampfwaffe sondern nur reines Ausgehstück. Die Initialen auf dem Degen (Klinge) sind die Hersteller (Weltberühmt mal Googeln) Da dieser Degen Prachtvoll ausgeschmückt wurde lässt darauf schließen, dass es gut betuchte Leute bzw. ein höherer Offizier war die diesen verschenkten bzw. bekamen... ein eher seltenes Stück und für sein Alter sehr gut erhalten Stück.

mfg. harvay

6

Dienstag, 28. August 2012, 22:32

Hallo Dale,
wie schon harvay schrieb ist den I.O.D ein Eigentumsstück, also ein privat gekaufter Degen.
Diese Degen wurden zum kleinen Dienst getragen, also außer Dienst, nicht im Feld oder Manöver nicht einmal zu Paraden und Meldungen wurden die Eigentumsstücke getragen. Dein Degen ist eine Offiziersausführung, da das Griffstück mit einem dicken und rechts und links von zwei dünneren verdrillten Silberdrähten eingefasst ist. Griffstücke für Portepeeunteroffiziere wurden nur mit zwei oder nur mit einem Draht umwickelt.
Laut deiner Scheide wurde dein Degen noch nach 1905 getragen oder nach 1905 hergestellt, da auch der Infanterie-Offizierdegen N/M noch zwei Trageringe an der Scheide hatte, wurde durch die am 10.02.1895 in der A.K.O. eine neue Trageweise vorgeschrieben wodurch der untere Ring überflüssig wurde. Durch eine weitere A.K.O. vom 15.Juni 1905 mussten die Scheiden geschwärzt werden.
Im Buch „Infanterie-offizierdegen 1889 und Varianten“ schrieben die Autoren Peter Hartmann und Reiner Hermann zu diesem Thema mit den Herrscherinitialen „WR II“ (Kaiser Wilhelm II., 1888 – 1819) in Verbindung mit dem Gardestern folgendes:
„IOD 89 mit Gardestern und Herrschermonogramm
Wären nicht typische Altersspuren vorhanden, so könnte man diesen Degen als Bastlerwaffe ansprechen. Hier scheint aber ein Gardeoffizier seine monarchistische Einstellung übertrieben zu haben.
Auf der Griffhülse aus Büffelhorn ist neben dem versilberten und emaillierten Gardestern auch noch die >>W II<< - Chiffre aufgelegt. Auch hier ist im Gardestern neben dem Adler die Devise der Garde >>SUUM CUIQUE<< (Jedem das Seine) zu sehen (Abb. 71, 72). Alle Griffteile sind innen und außen fein ziseliert, die Griffkappe ist als sogenannte Trophäenkappe ausgebildet (Abb. 73).
Abweichend von den sonst befestigten Gardestern ist hier die Devise noch mit Eichenlaub geschmückt.“ >>Zitatende<<

Fazit, so ungewöhnlich scheint diese Kombination von Herrschermonogramm und Gardestern, doch nicht zu sein.

Im Anhang die Seite 37 aus diesem Werk als PDF und Bilddatei.
MfG
Anfänger
Sammlergrüße
Anfänger

vonmazur

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7

Freitag, 31. August 2012, 05:05

Iod 89...

Alles: Danke!! Nun ist alles mir ganz klar.. :)

Dale
"hans værge hamrede så fast,
at gotens hjelm og hjerne brast."

8

Freitag, 31. August 2012, 17:19

Hallo Anfänger,

zum Begriff "IOD 89" (oder I.O.D. 89, auch nicht besser) habe ich gerade in einem anderen Beitrag etwas gesagt, deshalb hier keine Wiederholung.

Anzumerken ist noch, daß sich die Offiziere ihre Waffen stets selbst beschaffen mußten. Diese Waffe wurde dann, wenn sie wenigstens einigermaßen die für die Waffengattung vogeschriebene Ausführung/Form hatte, zu jedem Dienst getragen. Also selbst im Manöver oder im Feld konnte, ja mußte, der Herr Oberst seinen Degen den Unbillen des Wetters aussetzen. Hinterher konnte dann dessen Bursche das gute Stück wieder tüchtig putzen und einölen. Insofern bitte ich Dich, deine Ausführungen zu überdenken.

Meine konkrete Frage hier richtet sich an die Mitglieder des Forums, die im Besitz eines Originals oder wenigstens einer Abbildung des "Gardesterns", ich spreche lieber vom Stern des Schwarzen Adlerordens, sind, dessen Devisenband kein "Eichenlaub" (ich bin kein Botaniker, aber es sollte doch wohl eher Lorbeer sein?) aufweist.

Nach den Angaben der beiden Autoren des genannten Fachbuches stellt der dort abgebildete Stern durch dieses "Eichenlaub" ja offenbar eine absolute Besonderheit, im Gegensatz zu den "sonst befestigten Sternen", dar. Bitte, liebe Forumsmitglieder, zeigt mir einen solchen Stern !!!

Gruß

Naseweis

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Naseweis« (31. August 2012, 17:55)


9

Montag, 3. September 2012, 07:42

Halle Naseweis,
das Thema Infanterie-Offizier-Degen hat mich das Wochenende keine Ruhe gelassen.
Auch durch das Thema "Unbekannter Degen ", in dem unser blankhans mit einer Verlinkung zum Thema
"Preuß. Infanterie-Offizier-Degen n/M (eingeführt 1889), Eigentumsstück" antwortete inspirierte mich,diesem Thema nochmals aufzugreifen.
Dadurch stieß ich auch auf einen älteren Beitrag von unserem Schwertfeger, der auf eine Frage unter anderem folgende Antwort schrieb:
"Um dem Geber des "Infanterie-Offizier-Degen n/M ", so die korrekte Bezeichnung der Waffe, näher zu kommen, wäre ..."

Da ich unter anderem auch diese zwei Mitglieder des Forums durch ihr fachliches Wissen und ihre Genauigkeit schätze, gehe ich nun davon aus, dass die korrekte Bezeichnung für diese Seitenwaffe Infanterie-Offizier-Degen n/M ist.

Die Bezeichnung "IOD 89" entnahm ich aus dem Buch von Peter Hartmann und Reiner Herrmann mit dem Titel: Infanterieoffizerdegen 1889 und Varianten". Da dieser dort ständig verwendet wird, bin ich davon ausgegangen, dass die Bezeichnung korrekt ist. Die Bezeichnung "I.O.D" hatte ich dagegen irgendwann einmal aus dem Internet unter "Bezeichnung und Abkürzungen von preußischen Waffen - Armee-Verordnungsblatt v. 11.12.1889, Nr,283" wo wörtlich geschrieben stand: "I.O.D Infanterie-Offizierdegen (Bis 1905: Infanterie-Offizierdegen N/M)"

Nun kann ich nach deinem Beitrag nur Schlussfolgern, dass es nicht bis, sondern ab 1905 heißen müsste.

Damit ich bei der nächsten Frage auch korrekt antworten kann, stellt sich mir die Frage: Mus ich immer bei der Beschreibung eines Infanterie-Offizier-Degen n/M immer die volle Bezeichnung schreiben, oder gibt es eine Abkürzung.

Würde mich über eine Klarstellung freuen.

MfG
Anfänger
Sammlergrüße
Anfänger

10

Montag, 3. September 2012, 19:04

Hallo Anfänger,

die Bezeichnung von Schwertfeger und blankhans ist völlig korrekt. Auch bei dieser Waffe ist irgendwann einmal im Sammlereifer der Name "IOD 89" aufgetaucht und bis heute unausrottbar. Selbst Gerhard Seifert hat ihn anfangs genutzt. Auch hier muß man einfach in die auch bei Gerd Maier im Original abgedruckte Einführungs-Ordre schauen, dort steht "Infanterie-Offizier-Degen neuen Modells" (abgekürzt n/M.).

Das Buch von Hartmann/Herrmann weist viele Fehler auf, die bereits Gegenstand von entsprechenden Buchbesprechungen waren.

Die Stelle aus dem A.V.Bl. kenne ich nicht, vielleicht kannst Du sie nochmals finden und hier einstellen. Waffen wurden ja im Laufe der Zeit bisweilen umbenannt. So hieß ja der nach den Befreiungskriegen offenbar neu reglementierte "Infanterie-Offizierdegen", auch genau so, wurde dann aber nach Einführung des "IOD n/M" offiziell zum "IOD a/A" (alter Art). Das hatte seinen Sinn darin, daß bei Ersatzteilbeschaffungen ja völlig unterschiedliche Teile bei den Firmen bestellt werden mußten (beide Modelle wurden ja eine zeitlang zugleich getragen!). Es könnte sein, daß 1905 (IOD a/A dürften zu diesem Zeitpunkt nicht mehr im aktiven Dienst gewesen sein) der "IOD n/M" amtlich als "IOD" bezeichnet wurde, denn "neu" war er ja da nicht mehr.

Trotzdem würde mich die Quelle interessieren, denn sie kann eigentlich nicht richtig zitiert sein. Woher sollte man 1889 bereits wissen, daß die Waffe 1905 umbenannt wurde?

Herrlich, mit welchen Nebensächlichkeiten sich doch Sammler beschäftigen können ( ...wenn das der Alfons B. liest ;) )

Gruß

Naseweis

11

Montag, 3. September 2012, 22:17

Hallo Naseweis,

vielen Dank für deine ausführliche Erläuterung zum Thema IOD89 :love: :thumbdown: wollte diese Benennung letztmalig verwenden.
Ab heute gibt es auch für mich nur noch den "Infanterie-Offizier-Degen a/A (IOD a/A) und Infanterie-Offizier-Degen n/M (IOD n/M), selbst am Stammtisch.
Ich denke doch, dass deine Kritik positiv zu werten ist. Die Liste habe ich als Anhang per E-Mail gesendet.

MfG
Anfänger
Sammlergrüße
Anfänger