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Freitag, 5. Juli 2013, 12:44

Einordnung IOD a.A.

Hallo,

habe hier einen IOD bekommen bei dem leider die Scheide fehlt.

Ich sehe hier einen IOD, habe aber vom Verkäufer die Auskunft es sei ein Beamtendegen.

Was meint ihr dazu.

Danke und Gruß, KO

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Freitag, 5. Juli 2013, 12:44

und noch...

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Freitag, 5. Juli 2013, 21:50

Hallo Kronenorden,

zunächst einige Details zur zeitlichen Einordnung: Das Klappscharnier für das Stichblatt wurde ab 1881 so gefertigt. Da Dein Degen jedoch von Weyersberg, Kirschbaum & Co. stammt wurde er nach 1883 hergestellt weil sich in diesem Jahr die beiden Firmen vereinigten.

Zum Thema Beamtendegen würde ich sagen, dass es tatsächlich einer ist. Die geätzte Klinge und das fehlen militärischer Stempel sowie eben das klappbare Stichblatt sprechen dafür. Festlegen möchte ich mich allerdings nicht, denn es gab natürlich auch Militärbeamte und Ausnahmen gab es auch. Ich habe neun IOD a.A. aus unterschiedlichen Zeiten und die augenscheinlich militärischen sind wuchtiger und haben eher Klingen ohne Zierde. Ein Beamtendegen ist eher zierlicher. Ich werde einige Fotos machen und die Stücke bald mal vorstellen.

Viele Grüße vom Jagdsammler EBBE

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Sonntag, 7. Juli 2013, 12:46

Danke, hatte wegen der Nummer auf ein Kammerstück gehofft, aber Beamtendegen ist doch auch nett. Was sagt ihr zu der Erhaltung des Stückes?

Gruß, KO

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Sonntag, 7. Juli 2013, 20:13

IOD a.A.

Hallo Kronenorden,

die Nummer auf Deinem Degen kann ich leider nicht einordnen, ich glaube aber nicht, dass es eine Regimentsnummer oder Ähnliches ist. Den Zustand des Degens finde ich ganz gut, die vertieften Stellen am Gefäß lassen sich mit einer Zahnbürste und Seifenwasser sicher noch etwas reinigen. Wenn Du ihn mal zerlegen willst so ist das sehr einfach möglich indem Du den pilzförmigen Abschluss runterschraubst.
Mir gefällt an diesen Degen, dass die Verzierungen der Knäufe bei fast jedem anders aussehen. Bei den Bildern habe ich mal grob in Militär und Beamte unterschieden, was man aber ja nicht unbedingt hundertprozentig sagen kann.

Gruß vom Jagdsammler EBBE

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Sonntag, 7. Juli 2013, 22:18

Ah ja, ich verstehe was du meinst. Feine Stücke! Mir selbst gefallen die frühen Degen, deshalb habe ich mir auch den schönen Galadegen im meinem anderen Thread angeschafft. Die Qualität ist einfach unübertroffen. Fehlen bei deinen IOD auch einige Scheiden? Ich selbst habe noch einen recht schönen Repro IOD a.A. in der Ausstellung liegen, muss ich mal prüfen ob die Scheide evtl. hier passt.

Was meinst du unter uns Gebetsschwestern :D , waren ca. 150 für den IOD zu viel bezahlt?

Gruß, KO

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Sonntag, 7. Juli 2013, 23:50

Hallo,
nun die älteren Stücke unter meinen Degen finde ich auch besser da das auch noch was für den tatsächlichen Gebrauch war und nicht nur Zierde.
Scheiden habe ich leider nur für vier von den neun Degen. Zum Preis würde ich sagen, das war die Obergrenze. Diese Degen in der Ausführung werden noch relativ oft angeboten, so dass man sie um diesen Preis auch schon mit Scheide bekommen kann. Besondere Stücke sind natürlich einiges teurer, z.B. bei Damast Klinge oder wenn man es einer bestimmten Person zuordnen kann. Auktionskataloge der einschlägigen Häuser bieten hier viel Information, auch im Netz einsehbar. Aber Achtung! Diese Degen gibt es auch heute noch für Traditionsvereine, zumeist von der Firma Hörster in Solingen (von 1880 bis 1997 danach Schmitz Metallwaren GmbH). Ich habe jedoch festgestellt, dass diese Degen zweischneidig sind. Originale kenne ich nur mit Rückenklinge. Ausnahmen kann es aber wie gesagt natürlich auch geben.

Gruß vom Jagdsammler EBBE

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Montag, 8. Juli 2013, 10:29

Alles klar, dann habe ich in der Ausstellung so eine Neuanfertigung liegen. Wenn der Degen den ich hier vorstellte endlich hier auf dem Tisch liegt schau ich noch einmal nach Stempeln und kann die Details besser prüfen.

Bis dahin, danke.

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Montag, 8. Juli 2013, 19:22

Guten Abend,

die ursprüngliche Frage kann man nicht beantworten. Dieser Degen kann (bezogen auf Preußen) ein IOD (bis 1889) oder ein zeitlich etwas späterer (Bahn-) Beamten- oder ein Vereinsdegen sein. Alle 3 Möglichkeiten lassen zeitgenössische Waffenkataloge zu. Das innere Scharnier ist als Unterscheidungsmerkmal ungeeignet, da es bei allen 3 Ausführungen vorkommt. Ebenso die Ätzungen (auch Beamte hatten militärische Motive.)

Die Unterscheidung Militär / Beamter ergab sich durch das Portepee (Offizier: silber, schwarz durchzogen) oder Beamter (gold). Diese Art Degen anhand der Gefäßverzierungen in Offizier / Beamter zu unterteilen, vermag ich nicht. Hier bitte ich ggf. um Erläuterung.

Die Nr. dürfte eine interne Sortier- oder Modellnummer des Herstellers sein. Vom "Gefühl" her handelt es sich eher um einen Beamtendegen.

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Sonntag, 4. August 2013, 08:27

Hallo Naseweis,

hat hier jemand die Degen anhand der Gefäßverzierungen in Offiziers- bzw. Beamtendegen unterschieden? Das würde ich natürlich nicht tun.
Wenn man allerdings einen Degen in die Hand nimmt und sich ins Gedächtnis ruft, dass damit auch gekämpft werden sollte, der spürt vielleicht schon den Unterschied. Ich meine damit, dass ein Beamter ja nicht "blank" ziehen musste sondern den Degen als Standessymbol anlegte. Damals galt man als Beamter noch was! Offiziersdegen sind eher etwas wuchtiger was sich aber je näher man zeitlich dem Modell 1889 kommt relativiert. Also insgesamt ein interessantes Thema über das man wahrscheinlich ein ganzes Buch schreiben könnte. Oder gibt es darüber schon Abhandlungen? Habe leider noch nichts entdecken können.
Danke für die Anmerkung mit dem Portepee! Wie sahen die damals aus? Kann jemand Bilder zeigen? Wäre schön.

Viele Sammlergrüße vom Jagdsammler

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Sonntag, 4. August 2013, 09:05

Das Thema preuß. Infanterie-Portépées wurde bereits in diesem Forum behandelt.

S. unter "Uniformkunde - Portepee, Faustriemen, Troddel" das Thema "Preuß Infanterie-Portepees im 19. Jahrhundert" vom 22.05.2005.



Gruß

Naseweis

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Sonntag, 4. August 2013, 11:07

Hallo Naseweis,

herzlichen Dank für den Hinweis! Hat mir prima weitergeholfen.

Gruß vom Jagdsammler