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Dienstag, 1. November 2016, 19:10

Faschinenmesser, kantonale Ordonnanz St. Gallen 1817

Der Kanton St. Gallen ist einer der Kantone, die 1803 neu entstanden sind. Die Kantone Aargau, Thurgau, Tessin und Vaud waren ehemalige Untertanenländer, der Kanton Graubünden war ein zugewandter Ort. Der neue Kanton St. Gallen ist insofern eine Besonderheit, als er aus den ehemaligen Territorien des Fürstabtes St. Gallen, nämlich Fürstenland und Toggenburg sowie der ehemals freien Reichsstadt St. Gallen und zusätzlich neun(!) verschiedenen ehemaligen Herrschaften zusammengesetzt wurde.

Der von Napoleon neu geschaffene Kanton übernahm in seinem Wappen Symbole der französischen Revolution: Ein Rutenbündel mit Beil in Grün. Das Rutenbündel erhielt in St. Gallen die Bedeutung „Einigkeit macht stark“. Die ehemals acht Stäbe im Wappen symbolisierten die 8 Distrikte des neuen Kantons, die Bänder den Zusammenhalt und das Beil die gemeinsame Stärke. Grün galt damals als die Farbe der Freiheit, daher ist das Wappen als Zeichen des neuen, „befreiten“ Kantons in grün gehalten.

Die Ordonnanz von 1817 ist eigentlich eine Wehrverfassung und keine Beschreibung von Waffen. Die Eidgenössische Armee arbeitete bis 1874 nicht mit Plänen, sondern mit Mustermodellen, die den Kantonen zugeschickt wurden und von den Kantonen bezahlt werden mussten. Als einheitliche Modelle wurden 1817 der kurze Säbel für unberittene und der lange Säbel für berittene Mannschaften sowie das Weidmesser für Scharfschützen angestrebt.

Der Kanton St. Gallen musste keine Sappeure für das Bundesheer stellen. Er hat jedoch in der Zeit nach 1818 den Batallionszimmermann mit einem besonderen Faschinenmesser ausgerüstet. Gleiche Exemplare sind aus dem Kanton Genf bekannt.

Der Griff besteht aus Knauf, Vernietknauf und einer viereckigen Parierstange und ist in zwei Teilen in Messing gegossen. Der Griff weist 28 Rillen auf. Die Klinge ist mit 68 cm sehr lang für ein Faschinenmesser. Die Klinge hat eine volle Wurzel, einen Sägerücken und einen beidseitigen Hohlschliff. Dazu gehört eine Lederscheide mit zwei Garnituren. Die Scheide wird mit einer Lederzunge, die aus einem Schlitze im Mundblech herausragt, befestigt. Sehr dekorativ sind die Palmetten, die den Knauf wie eine Krone umrunden.

Auf der Parierstange findet sich der Zeughaus Stempel von St. Gallen, ein Bündel mit Beil.
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