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1

Montag, 30. Oktober 2006, 11:48

Messing putz man mit ...

dem Brei aus Essig und Salz. Ich habe am Wochenende ausprobiert - SUPER!!!
Tu ne cede malis, sed contra audentior ito!

2

Montag, 30. Oktober 2006, 12:08

Hab ich auch mal probiert und bereut, ich mußte nachputzen ohne Ende, weiß nicht was ich falsch gemacht habe, wahrscheinlich waren die Salzkörner zu groß. Bin halt keine Hausfrau :D.Wozu gibt es Elsterglanz oder ähnliches, mal die Wirtschaft ein wenig ankorbeln, wird auch noch in Deutschland hergestellt. Gruß mario

3

Montag, 30. Oktober 2006, 13:27

Hi Mario,
ich hatte franz. Feuerwehrhelm (um 1850) zu putzen. Na ja, eine Seite war stellenweise schon „geputzt“ und das alles war mir zu doof. Ich habe auch mit Elsterglanz angefangen, dann zur Schwerartillerie übergegangen (Stahlwolle). Nach zwei Stunden habe ich aufgegeben und mein Helm im Abstellraum weggesperrt. Gestern habe ich mit Salz und Essig ausprobiert – 5 min. um die Patina weg zu bekommen und 10 min. für die Politur waren notwendig.
Tu ne cede malis, sed contra audentior ito!

4

Montag, 30. Oktober 2006, 14:04

Wenn ich an der Stelle des Helmes wäre, hät ich mir auch überlegt es Dir nicht so schwer zu machen, bevor ich wieder in die Besenkammer muß. :D, Ich hatte nach dem putzen überall Salzrückstände, kann jeder machen, wie er will, ich nicht mehr mit dieser Mischung. Gruß mario

5

Montag, 30. Oktober 2006, 14:16

Ich werde es bei Gelegenheit mal ausprobieren.

Fakt ist, daß man die Reste sehr gut abwaschen (neutralisieren) muß, sonst wird das Messing wieder dunkel.

Gruß,
Thomas

6

Montag, 30. Oktober 2006, 14:36

Klar Mario, jeder soll für sich entscheiden wie, bzw. was er machet. Ich habe auch bis dato Elsterglanz (oder ähnliches) benutzt. Nur leider in diesem Fall hat Elsterglanz versagt. Ich wollte nur Euch eine andere weitere (außer Elsterglanz) Möglichkeit vorstellen ;)
Tu ne cede malis, sed contra audentior ito!

7

Montag, 30. Oktober 2006, 16:08

Dmitri ist alles gut, war doch nur ein Erfahrungsaustausch, wahrscheinlich hab ich mich bloß zu blöde angestellt. Gruß mario

8

Montag, 30. Oktober 2006, 16:41

??? Es ist immer gut eine zweite Meinung zu hören :D
Tu ne cede malis, sed contra audentior ito!

9

Montag, 30. Oktober 2006, 17:43

Hallo!
Ich hatte mal eine festsitzende dunkelgrüne Patina zu entfernen. Ein befreundeter Apotheker riet mir zur Vitamin-C. Also eine Tablette in Wasser gelöst und die Teile eingeweicht. Die Messingteile waren nach dem Bad (zirka 3 Stunden) kupferfarbend, was beim Polieren wieder etwas verschwand.
Allgemein stimme ich Thomas zu, daß alles wieder neutralisiert werden sollte, doch wie finde ich das richtige Maß? Bei Säuren wird mit Basen neutralisiert, doch zuviel ist auch nicht gut.

Gruß Roland
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Mit schlechten Gesetzen und guten Beamten läßt sich immer noch regieren -
bei schlechten Beamten aber helfen uns die besten Gesetze nichts.
Otto v. Bismarck

10

Montag, 30. Oktober 2006, 17:52

Zitat

Original von traunixmehr
Allgemein stimme ich Thomas zu, daß alles wieder neutralisiert werden sollte, doch wie finde ich das richtige Maß? Bei Säuren wird mit Basen neutralisiert, doch zuviel ist auch nicht gut.


Hallo Roland,

nur mit Wasser abwaschen, eventuell mit etwas Seife. Danach gut abtrocknen und ölen. Wenn man ohne abzuwaschen trocknet, reagiert die verbliebene Säure, unter Zusatz von Luftfeuchtigkeit von Neuem.

Das Vitamit C soll hier das Essig ersetzen (Säure). Es geht auch Zitronensäure. Die Salzkristalle fungieren als Putzkörper, um auch etwas zur mechanischen Reinigung zu haben. Deshalb der Begriff "Brei", den le hussard erwähnt. Völlig aufgelöstes Salz hat keine Funktion.

Gruß,
Thomas

11

Montag, 30. Oktober 2006, 18:03

Hallo Thomas!

Essigsäure ist mir zu stark und hat gewisse Geruchsbelästigungen :D.
Die Herstellung des "Brei"´s hat mich verwundert, da ich das Salz zu leicht löslich halte. Könnte man hier auch Backpulver verwenden? Zur mechanischen Bearbeitung hatte ich eine alte Zahnbürste benutzt.
Bis bald
Roland
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Otto v. Bismarck

12

Montag, 30. Oktober 2006, 18:13

Roland,

wenn Du eine Zahnbürste benutzt, kannst Du auch gleich Zahnpasta rauf tun. Kein Witz, denn die Zahnpasta enthält auch feine Putzkörper.

Backpulver geht nicht, weil es nur schmieren würde. Salz ist perfekt. Vom Essig nur einige Tropfen benutzen. Es muß auch keine hochprozentige Essigessenz sein. Apfel- oder Weinessig geht auch. Den Geruch empfinde ich als angenehmer, als den von Ammoniakmittel.

Gruß,
Thomas

13

Dienstag, 31. Oktober 2006, 09:02

Messing putzt man mit ...

Zugegeben, die alten "Hausmittel" sind Jahrhunderte bewährt! ;)

Allerdings spielt das richtige oder falsche Mischungsverhältnis u. U. eine zweite, möglicherweise negative Rolle. (Diese Aussage ist allgemein gemeint.)

Von guter Erfahrung kann ich auch von PUMA-Paste berichten. Gibt's meist in Waffengeschäften. Ist in erster Linie für Musikinstrumente gedacht. Doch, was für diese gut istt, kann auch für meinem Löwenkopfsäbel aus Tombak nicht schlecht sein - oder? :D
Nun ernsthaft, bei dieser Paste habe ich beobachtet, daß Stücke nicht wieder so schnell anlaufen.

Gruß

Schwertfeger
"Suum cuique" (Cicero: Jedem das Seine; Devise des Schwarzen Adler Ordens)

14

Mittwoch, 1. November 2006, 08:30

RE: Messing putzt man mit ...

hallo Sammlerfreunde,

ich habe gute Erfahrungen gemacht, indem ich verdünnte Essig-Essenz nehme und stark verschmutzte Teile darin einweiche. Zwischendurch den gelösten Schmutz mit einer alten Zahnbürste entfernen. Danach in Wasser mit Spülmittel neutralisieren und mit Elsterglanz oder ähnlichem nachpolieren.
Der vorgestellte Löwenkopfgriff ist ziemlich "rot", was jedoch an der verwendeten Legierung liegt.
Nachteil: der Säbel muss zerlegt werden, jemand muss die Angel strecken und danach das Ganze wieder ordentlich vernieten.
Gruß Rothbarsch

Waffenmeister

unregistriert

15

Mittwoch, 1. November 2006, 12:16

RE: Messing putzt man mit ...

Zitat

Original von Rothbarsch
Nachteil: der Säbel muss zerlegt werden, jemand muss die Angel strecken und danach das Ganze wieder ordentlich vernieten.


Vorteil: Man kann dann Angel und Hilze (von innen) mühelos reinigen und konservieren.
Bei so alten Waffen vielleicht von Nutzen, wenn sie noch weitere 300 Jahre überdauern sollen. Das Strecken der Angel und deren anschließende Vernietung sollte "eigentlich" kein großes Problem darstellen.

Zitat

Original von Rothbarsch
Der vorgestellte Löwenkopfgriff ist ziemlich "rot", was jedoch an der verwendeten Legierung liegt.


Hallo Rothbarsch.
Sowas konnte ich schon einige Male beobachten. Wenn nach ordentlichem Polieren immer noch das Rot überwiegt, liegt es tatsächlich am höheren Kupfergehalt im Messing.

WM

16

Mittwoch, 1. November 2006, 17:49

RE: Messing putzt man mit ...

hallo Waffenmeister,

ich kann mich irren, aber ich habe den Eindruck, dass Messinteile die länger in der Erde oder im Wasser lagen nach dem Putzen rötlicher sind. Kann das daran liegen, dass Bestandteile der Legierung ( Zinn ?) sich zersetzen ?
Außerdem glaube ich, dass Teile die für eine Vergoldung vorgesehen waren oft etwas "rötlicher" gegossen wurden.

Gruß Rothbarsch

Waffenmeister

unregistriert

17

Mittwoch, 1. November 2006, 19:00

Hallo Rothbarsch. Ich vermute auch, daß sich durch den Kontakt mit Säuren (welcher Art und wo auch immer) der Kupferbestandteil in der äusseren Schicht hervorgehoben wird. Das Zink ist anfälliger gegen Oxydation und wird aus der Legierung herausgeätzt. Allerdings sollte bei kräftiger Politur wieder die goldene Messingfarbe hervortreten. Kommt darauf an, wie lange man die Politur durchführen will.

Ich vermute viel eher einen höheren Kupferanteil. Der damals so bezeichnete "Gelbguß" hat eine Konzentration an Kupfer zwischen 56 und 80 % gehabt.

Einen Zusammenhang von besserer Vergoldung und höheren Kupferanteil kann ich nicht erkennen. Möglich wäre es, aber unnötig.

Ich konnte auch schon an Gefäßteilen aus dem späten 19. Jh. beobachten, daß sie unterschiedlich gefärbt sind. Das wird wohl an verschiedenen Zulieferern, oder unterschiedlichen Chargen liegen. Das Alter hat in diesem Fall eine untergeordnete Rolle.

Gruß WM

18

Sonntag, 11. Februar 2007, 00:36

Salzwasser

Das an anderer Stelle von mir gezeigte Off-Degen Fragment war ein Salzwasserfund. Gereinigt bekam ich das Messing mit zähem Handpolieren und der Original DB-Autopolitur. Zum Vergleich anbei "Vorher" - "Nachher" - Bilder.
Gruss feldjaeger
SUUM CUIQUE!

19

Montag, 7. Januar 2008, 02:39

RE: Messing putzt man mit ...

Um sich die Arbeit zu erleichtern schlage ich eine alte elektrische Einwegzahnbuerste vor, solche Barbie-Dinger z.B.
Beste Alexandriner-Gruesse,
Andreas
Es lebe hoch das Regiment, das sich mit Stolz "Alexander" nennt!

"Aber man kann und will sich sein Vaterland nicht aussuchen. Es gehoert zum Schicksal, zur Aufgabe". (Ernst Juenger)

20

Mittwoch, 23. Januar 2008, 17:02

RE: Messing putzt man mit ...

Mal ne dumme Frage:
Ich dachte immer mit Essig fuegt man eher eine Oxidation dem Metall zu. Bei Eisen/Stahl z.B., oder irre ich mich.
Ich dachte die Saeure im Essig greift das Metall eher an, anstatt es zu reinigen. Oxidiert Messing nicht beim Kontakt mit Essig?
(=Saeure, oder?)
Beste Alexandriner-Gruesse,
Andreas
Es lebe hoch das Regiment, das sich mit Stolz "Alexander" nennt!

"Aber man kann und will sich sein Vaterland nicht aussuchen. Es gehoert zum Schicksal, zur Aufgabe". (Ernst Juenger)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »suum cuique« (23. Januar 2008, 17:03)