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Mittwoch, 15. Juli 2009, 09:36

Palasch,Österreich? um 1750?

Möchte diesen Palasch hier vorstellen,bin mir nicht sicher ob es ein Österreicher ist,Gesamtlänge:103,5cm,Klingenlänge 90 cm,Klingenbreite:39 mm.beitseitige Klingengravur(siehe Bild)bin für alle Informationen dankbar.Gruss schanzer

2

Mittwoch, 15. Juli 2009, 09:42

noch ein paar Bilder

3

Mittwoch, 15. Juli 2009, 16:08

RE: Palasch,Österreich? um 1750?

Hallo.

Denke es handelt sich um einen österreichischen Pallasch der Kürassiere anfang 18Jahrhundert.

Das Gefäß und die Griffkappe sprechen dafür, die Klinge sollte eigentlich zweischneidig sein - die Klinge von dem von dir gezeigten ist glaube ich eine Rückenklinge! Muss aber gar nichts heissen da die Klingen immer gern getauscht wurden.
Mach bitte bessere Fotos von der geätzten (gravierten) Klinge.....speziell von den Ätzungen (Gravuren).

Gruß
Rainer
REGNUM NORICUM

4

Mittwoch, 15. Juli 2009, 21:51

RE: Palasch,Österreich? um 1750?

hallo NOREIA,

da ich immer gerne dazulerne, was bringt Dich zu der Aussage, Griffkappe und Gefäß stammen vom Anfang des 18. Jhdts ?
Welche Stilmerkmale sind für Dich entscheident ?

Gruß
Rothbarsch

5

Mittwoch, 15. Juli 2009, 22:11

RE: Palasch,Österreich? um 1750?

Hallo Rothbarsch.

Gute Sammlungen von Blankwaffenfreunden und deren Erfahrungen und auch der große Wagner wenn man auf diese Literatur vertrauen darf…….
Was nützen einen (die wohl wenigen) Bücher wenn man mit der Realität konfrontiert ist.(und das ist schon wieder relativ...)

Griffkappenabschluss, Daumenring.

Falls ich falsch liegen sollte....man möge mir verzeihen.
Jeder Blankwaffensammler richtet sich nach dem was er schon einmal in natura gesehen und angegriffen hat (so denke ich mal) und welches Vertrauen er in die Person setzt die ihm dann auch sagt was er nun bestaunt hat.

Gruß
Noreia
REGNUM NORICUM

6

Donnerstag, 16. Juli 2009, 08:23

Hallo NOREIA,danke für deine Antwort,bessere Bilder der Klingengravur werde ich noch machen,Gruss schanzer

7

Freitag, 17. Juli 2009, 10:02

Hallo,hier noch bessere Bilder der Klingengravur.Gruss schanzer

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »schanzer« (17. Juli 2009, 10:12)


8

Samstag, 18. Juli 2009, 11:42

Liebe Freunde!
Ich denke, ich kann die "österr." Theorie weiter untermauern.
Gegenständlicher Typus ist nahezu 1:1 als "Kürassierpallasch 1706" auf dem Blatt "Blanke Waffen der Kavallerie" bei Ottenfeld und Teuber geführt (teures Standardwerk, Ottenfeld und Teuber: Österreichische Armee 1700-1867 um 1890--ich selbst besitze nur einige Blätter, darunter die Blanken Waffen...).
Weiters mit leicht geänderter Variante bei "Sach- Moudry-Blankwaffen in der Habsburgermonarchie" als "Pallasch der österreichischen Kürassiere um 1710" gesehen.
Dieser Pallaschtyp ist überhaupt der erste kaiserliche Pallasch von den sogenannten Modellwaffen, die seit ca. 1880 wissenschaftlich durch Leute wie Ottenfeld und Dolleczek erfasst wurden. Erst danach kamen die Typen mit "Muschel"- verziertem Stichblatt und die Modelle 1769.
Die Klingeninschrift "Pro Deo, Fide e Patria" mit dieser figürlichen Darstellung ist in ähnlichen, leicht variierenden Versionen zudem ganz typisch für kaiserliche Pallasche und Säbel aus Anfang bis Mitte des 18.Jhd.
mlG Gerhard
A.E.I.O.U.

9

Samstag, 18. Juli 2009, 12:09

Den Ausführungen von Doppeladlerkorb kann ich mich nur anschließen. Insbesondere das Vorhandensein des Daumenrings an der Quartseite ist ein ziemlich untrügliches Indiz für die frühe Datierung. Schönes Stück!!
Gruß
corrado26

10

Samstag, 18. Juli 2009, 22:57

Danke Doppeladlerkorb und corrado26,freue mich das meine Vermutung teilweise richtig war.Gruss schanzer

11

Sonntag, 19. Juli 2009, 10:37

hallo Doppeladlerkorb, hallo corrado26,

danke für Euere Antworten. Ich bin bisher davon ausgegangen, dass bei diesen ganz frühen Pallaschen der Griffbügel hinten eckig ist und nicht wie hier abgerundet. Also wieder was gelernt.
Übrigens, den "Ottenfeld / Teuber" gab es vor 4 Jahren als Nachdruck in England für 500.- €. Es waren 2 Textbände und 1 Bildband.

Gruß
Rothbarsch

12

Sonntag, 19. Juli 2009, 19:53

Liebe Sammlerfreunde!
Zur "ambitionierten Selbstnachschauhaltung" bzw Bewertung zwei Bilder von den im HGM in Wien ausgestellten kaiserlichen Pallaschen des 18.Jhd.
Ausser sonstigen bekannten Typen springt uns doch einer davon markant ins Auge.....
Man sollte dabei nicht vergessen bzw beachten:
Im vorindustriellen Zeitalter, in dem wir uns hier bewegen, sind kleinere Abweichungen durchaus die Norm....
mlG Gerhard
A.E.I.O.U.

13

Freitag, 24. Juli 2009, 19:00

Hallo Doppeladlerkorb,danke für die Bilder,freue mich schon ins HGM nach Wien zu kommen(habe ich mir dieses Jahr vorgenommen)Gruss schanzer

14

Mittwoch, 29. Juli 2009, 11:01

Zitat

Original von Doppeladlerkorb

Im vorindustriellen Zeitalter, in dem wir uns hier bewegen, sind kleinere Abweichungen durchaus die Norm....


Eben. Man sollte nie vergessen, dass damals jede Waffe ein handwerklich angefertigtes Unikat war. Und noch dazu sehr teuer. Wenn einem ein Griff kaputt gegangen ist, dann hat man halt einen neuen machen lassen. Oft wurden Klingen ja auch vererbt und dann mit einem neuen Griff versehen, der mehr zur aktuellen "Mode" passte. Oder man hat die alte Klinge kürzen lassen, wenn Scharten dran waren, hat ja alles Geld gekostet, nicht? Da kommen die abenteuerlichsten Mischungen vor.