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1

Dienstag, 23. November 2010, 08:48

Artillerie Seitengewehr M 71/98

Hallo Sammlerfreunde,

ich habe etwa 25 Jahre lang versucht diesem Bajonett zu finden. Im schönem Zustand und nummergleich erwies sich als äußerst schwierig. Letztes Jahr habe ich endlich ein schönes exempar zu meiner Sammlung zugefügt. Was denken Sie?

Adler 1

2

Dienstag, 23. November 2010, 08:50

Nog bilder...

3

Dienstag, 23. November 2010, 09:26

RE: AS 71-98

Hallo nach Belgien,

natürlich ein einwandfreies Stück. Solche Stücke findet man nur mit Glück und Gedult, das kenne ich gut.

Ich habe mir erlaubt in dem Thementitel deine Bezeichnung AS 71-98 durch die offizielle Bezeichnung zu tauschen damit auch nicht mit der Materie vertraute mitleser wissen, wie das Modell korrekt heißt.

Sammlergruß
Sebastian Th.

4

Mittwoch, 24. November 2010, 11:57

Sieht sehr schoen aus, recht gut erhalten. Gratulation.

5

Mittwoch, 24. November 2010, 15:10

Vielen Dank für Ihre positive Antwort Freunde!

Adler 1

6

Mittwoch, 24. November 2010, 17:01

Ich füge noch einige Infos an, damit wir auch für die Mitleser etwas an Infos haben. Denn nur "Stücke bewundern / loben" ist mir etwas wenig.

Das Art. Seitengew. 71/98 wurde aus vorhandenen Beständen an Art. Seitengewehren M/71 bzw. Füsilierseitengew. M/60 aptiert. Konkretes Stück wurde als solchens 1862 in Dienst gestellt (da W62 abgenommen). Die Klinge (also das ehemalige Füsilierseitengewehr) wurde von Clemen u. Jung hergestellt. Das G neben dem Herstellerkürzel bedeutet Gußstahl und verweist auf die aus Gußstahl gefertigte Klinge.

Diese Seitengewehre wurden dann den ersten Weltkrieg hindurch bei den Reservetruppen der Artillerieverbände getragen bis die Stücke aufgetragen waren. Die Aptierung wurde jedoch schon VOR dem Weltkrieg durchgeführt.

In Preußen war diese Wiederverwertung von Seitengewehren ein normaler Vorgang da man mit vorhandenem Material stets sparsam umging. Nicht immer mussten also Notstände oder Engpässe der Grund für solche Aptierungen sein.

Für das Füsilier Seitengewehr gilt also, frühere Füsilier Seitengewehre durch Ausbuchsen für die Schusswaffen 71 eingerichtet und als Art. Seitengew. 71 geführt. Um dann schließlich erneut aptiert zu werden für das Gew. 98.


Sammlergruß
Sebastian TH.

7

Donnerstag, 25. November 2010, 10:17

Artillerie Seitengewehr 71/98

Hallo,
ich wollte mich gerne an diese Beiträge anhängen mit einer Anmerkung und einer Frage.
Das AS71 bestand nicht nur aus Umänderungen des alten FS 60, es wurden auch reine AS 71 hergestellt. Auch diese „reinrassigen“ AS 71 wurden zu AS 71/98 umgearbeitet (siehe meines). Zu erkennen sind diese „reinrassigen“ AS 71 an der Jahreszahl der Abnahme (klar), dem nicht ausgebuchsten Laufring und an dem fehlenden ausge-X-ten Jahres und Herrschermonogramm auf der Unterseite der Parierstange.
Meine Frage: Wer weiss mehr über die Herstellung von AS71 bei Colaux & Co Klingenthal, denn einzigen Hinweis denn ich finde ist bei Carter Vol. II Seite 48. Er vermerkt dort eines, ohne zu bebildern, mit der Abnahme W72. Bei Rüdiger W.A.Franz finde ich da überhaupt nichts. Leider --wie zu sehen—hat bei meinem AS71/98 irgendwer die Klinge gründlich abgezogen, so das der Hersteller nur noch zur Hälfte, die Abnahme nur noch zu 5% erkennbar ist. Dadurch wurde zwar die Optik grandios verbessert aber das wesentliche fast zerstört.
Gruß
Stefan

8

Donnerstag, 25. November 2010, 10:27

RE: Artillerie Seitengewehr 71/98

Soweit mir bekannt ist, wurden Zahlenmäßig kleine Aufträge nach Klingenthal vergeben da die Hersteller im Reich mit der beginnenden Massenfertigung an Seitengewehren 71 ausgelastet waren.

Da das Artillerieseitengewehr M/71 eh schon in geringerer Zahl gebraucht wurde als die Standartstücke und auch deutsche Fabrikanten Teilaufträge erhielten, ist der in Klingenthal produzierte Teil entspr. gering.

Deshalb existieren auch nur recht früh abgenommene Stücke aus der Fertigung von Colaux & Co. Mir sind 1872 und 1873 abgenommene Stücke bekannt.

Sammlergruß
Sebastian Th.

9

Freitag, 26. November 2010, 09:43

Vielen Dank für die zusätzlichen Infos!
Für mich ist es fast unmöglich, alle auf Deutsch schreiben, weil es wahrscheinlich wäre voller Fehler... ;(

Adler 1

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Adler 1« (26. November 2010, 09:43)


10

Freitag, 26. November 2010, 10:09

Hallo. auch bedanke mich für die Info.
Bis dann
Gruß
Stefan

11

Freitag, 26. November 2010, 10:53

Keine Ursache!

Anzumerken ist noch, dass auch Standarstücke mit und ohne Sägerücken vom Klingenthaler Hersteller Colaux gefertig wurden.

Durch den Sieg 70/71 war man da etwas Angespannt und wollte die Sache der Umbewaffnung schnell erledigt haben.
Aus diesem Grund wurden auch beim Gewehr 71 Aufträge in das Ausland vergeben. So fertigten z.b die OEWG in Steyer und die Nat. Arms & Ammunition Corp. in Birmngham Gewehre 71.

Da eine Heeresumbewaffnung immer eine kritische Situation ist, wurden bei der Umbewaffnung auf Waffentyp 71 erst begonnen, als der Großteil der Waffen bereits tatsächlich gefertigt und in den Art. Depots lagerte.

Denn so verhinderte man, dass im Falle einer französischen Aktion die Truppenteile gemischt bewaffnet waren bzw. die Waffen noch gefertigt werden mussten.

Dies Vergabe von Aufträgen nach England und Österreich zeigt, dass alle Kapazitäten die irgend genutzt werden konnten auch tatsächlich abgeschöpft wurden.

Sammlergruß
Sebastian TH.

12

Donnerstag, 27. Februar 2014, 15:26

Truppenstempel Artillerie Seitengewehr 71/98

Hallo ,

schönes Artillerie Seitengewehr 71/98 .

Den Truppenstempel LD.A.F.18.2.102. würde ich mit folgender Deutung auflösen.

Landwehr-Fußartillerie-Bataillon Nr.18 , 2.Batterie , Waffe Nr.102

Zugehörigkeit: 13.Landwehr Division

Mobil: 2.8.1914

Gruß Jens