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Freitag, 26. November 2010, 09:49

Bayerisches Seitengew. M/1869 erleichtert u. einstufig aptiert

Hallo Sammlerfreunde,

gezeigt wird ein sehr gut erhaltener erleichterter und aptierter Werder Yatagan (Seitengewehr M/69).

Beide Umarbeitungen verstehen sich als Aptierung und wurden in zwei großen Aptierungswellen bei dem Werder Yatagan durchgeführt. Deshalb ergibt sich mit den Bezeichnungen eine kleine Zwickmühle.

Die Bezeichnung -apiert- an sich ist korrekt jedoch wusste man zum Zeitpunkt der "Erleichterung" (also der ersten Aptierung) noch nichts von einer späteren nochmaligen Aptierung.

Die erleichterten Yatagane wurden dann wie gesagt nochmal, und zwar bei der Einführung des Gewehres M/69n.A, "aptiert". Da es bei den bayerischen Waffen ebend diese zwo Aptierungen gab, hat man heute das Problem mit der Bezeichnung. Da an den Waffen im Endeffekt zwei Umarbeitungen vorgenommen wurden die Zeitlich nicht in die gleiche Zeit fallen.

Erst wurde die Erleichterung gemacht später die Aptierung für das Gewehr 69n.A. Das Werder Gewehr neuer Art (verschoss nun die Patr. 71) wurde entspr. dem Gewehr 71 im Bereich der Mündung modifiziert.

Im Aussehen gleichen sich so die Werder Gewehre n.A im Mündungsbereich mit den Gewehren 71. Um nun den Yatagan M/69 auf ein Werder Gewehr neuer Art aufpflanzen zu können, musste das Gefäß entspr. geändert werden.

Die Bajonetthaft (T-Förmige Warze) war nämlich vom Gewehrlauf an den Oberring verlegt worden, hatte also einen größeren Abstand zum Lauf als bei dem alten Modell. Dieser Abstand machte es unmöglich einen Yatagan mit nicht aptierten Gefäß auf das Gewehr M/69n.A aufzupflanzen.Geändert wurden die erleichterten Yatagane in 3 versch.

Varianten:
1: Kastenfräßung bis zur 3. Rippe (Einstufig)

2: Kastenfräßung bis zur 8. Rippe (Einstufig)

3: Kastenfräßung bis zur9. Rippe (Zweistufig, 1. Stufe bis zur 3. Rippe dann die zweite bis zur 9.)

Die so geänderten Kästen boten durch die Fräßung den nötigen Platz für den Oberring n.A und konnten auf alle Gewehre nach dem Modell 71 aufgepflanzt werden (Gew. 69n.A, Gew. 71, Gew. 71/84, Gew. 88)

Besonders auffällig ist bei frühen Stücken (bis in den Bereich von 25.000) das fehlen jeglicher Herstellerstempel.

Stück mit Truppenstempel: 3 L I 4 51 (1. Landwehrbat. (Standort Kempten) des 3. bayr. Infanteriereg. "Prinz Carl von Bayern" 4. Kompanie, Waffe 51. Kommandeur des Bat: Maj. Eichenauer.)sowie der frühen Seriennummer 2628. Die Scheide ist eine aptierte Lederscheide M/70.

Sammlergruß
Sebastian Th.

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Sonntag, 13. Februar 2011, 17:51

RE: Bayerisches Seitengew. M/1869 erleichtert u. einstufig aptiert

Ein paar kurze Worte zur Scheide des gezeigten Stücken.

Die Scheide ist eine originale Scheide M/1870 wie sie von Beginn an zum Werder Yatagan getragen wurde.
Die Scheide M/70 hatte weder Federeinsatz noch extra Mundblech wie man sie von anderen Scheiden (z.b M/71) kennt. Der Yatagan hat rein durch die recht lange Klinge und gute Passung in der Scheide gehalten.

Mit der Erleichterung wurden dann auch die Klingen schlanker geschliffen wodurch diese dann in der Scheide wackelten und nicht mehr gehalten haben. Um dies auszugleichen wurde eine Feder in die Scheide eingesetzt welche auf den Klingenrücken wirklt. Äußerlich erkennt man das an der Schraube die deutlich an der Seite des Mundbleches zu sehen ist.

Sammlergruß
Sebastian Th.