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Sonntag, 24. April 2011, 13:19

Faschinenmesser? Hirschfänger? Wer kann helfen

Liebes Forum,

vielleicht habt ihr eine Idee, was es mit diesem Säbel auf sich hat. Länge ca. 76 cm. Weiche Lederscheide, Griiff mit stilisierten Hunde (oder Fabeltier-?)Köpfen. Klinge oben mit Jadgszenen. Griffstück aus Geweih gearbeitet.

Vielleicht habt ihr eine Idee über Alter, Herkunft und Funktion. Ich habe von 10 Leute 10 verschiedene Auskünfte erhalten. Vielleicht weiß es einer im Forum ganz genau.

VIelen Dank und schöne Grüße!

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Dienstag, 26. April 2011, 15:52

RE: Faschinenmesser? Hirschfänger? Wer kann helfen

Diese Frage ist auch wirklich nicht leicht zu beantworten. Irgendwie passt bei diesem Hirschfänger alles nicht so richtig zusammen.

Die Parierstange hat nur auf einer Seite einen Endknopf. Wahrscheinlich hat es sich ursprünglich um einen Griffbügel gehandelt, der jetzt abgebrochen ist. Der Griffbügel wäre dann allerdings am Hinterkopf des Jagdhundes befestigt gewesen, was absolut unüblich ist.

Die drei Messingbeschläge an der Lederscheide sind so ebenfalls nicht üblich. Das gilt auch für die seitlich angebrachten Tragering. Der Klingenort sieht ebenfalls etwas seltsam aus.

Warum und weshalb dieses Stück so zusammen gebaut wurde, kann ich nicht beurteilen. Die Patina der Messingteile und das abgegriffene Hirschhorn deuten auf eine Arbeit aus älterer Zeit hin.

Gruss
blankhans

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Montag, 23. Dezember 2013, 21:49

Hallo zusammen,

ich denke man darf bei Hirschfängern nicht allzu verkrampft an die Sache herangehen.
Bei dieser Art Blankwaffe sind die Variationen ungeheuer weit gestreut. Damit will ich sagen, dass zum Beispiel die Parierstange nicht unbedingt auf beiden Seiten gleich aussehen muss. Manche original montierten Hirschfänger schmerzen einem in den Augen weil die Proportionen nicht ausgewogen sind und doch gehört es zusammen. Das Können und das ästhetische Empfinden der jeweiligen Hersteller unterschied sich eben voneinander. Scheidenbeschläge bzw. Trageringe waren zwar nicht die Regel aber zu gewissen Zeiten eine Modeerscheinung. Siehe dazu: "Europäische Hirschfänger" von Martin Stiegler.
Damit komme ich zum Stück in diesem Beitrag: Es erinnert etwas an Bayern aber auch an Frankreich und vorsichtig gesagt um 1820 wobei die Klinge älter sein könnte (vor 1800). Wenn man das Stück in den Händen halten könnte wäre eine genauere Aussage wahrscheinlich möglich.

Viele Grüße von Ebbe