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1

Donnerstag, 13. September 2012, 10:33

Unbekannter Degen

ahoi, ich weiß nicht ob ich in diesem teil des forums richtig bin aber ich würde gerne genaueres zu diesem degen erfahren. Kann man was zum Hersteller, zur Zeit oder zur Herkunft sagen? auf der Klinge steht X1441X.
grüße und schonmal danke
martin

2

Donnerstag, 13. September 2012, 11:33

Hallo martin,

ein wirklich sehr schönes Stück.

Ich vermute Deutscher Haudegen bzw. Felddegen 2.Hälfte 17.Jahrhundert.

Zwei ähnliche Degen wurden im "EUROPÄISCHEN HIEB- UND STICHWAFFEN" von Müller/Kölling/Platow auf Seite 228 abgebildet und auf S. 383 beschrieben.
Sammlergrüße
Anfänger

3

Donnerstag, 13. September 2012, 12:06

ah vielen dank :) steht da auch was zum hersteller? oder was diese zeichen bedeuten?
Hallo martin,

ein wirklich sehr schönes Stück.

Ich vermute Deutscher Haudegen bzw. Felddegen 2.Hälfte 17.Jahrhundert.

Zwei ähnliche Degen wurden im "EUROPÄISCHEN HIEB- UND STICHWAFFEN" von Müller/Kölling/Platow auf Seite 228 abgebildet und auf S. 383 beschrieben.


4

Donnerstag, 13. September 2012, 12:44

Für die Abb. 174 steht folgende Beschreibung:

"174 Haudegen, deutsch, 2. Hälfte 17.Jahrhundert
Linsenförmiger Klingenquerschnitt;im kurzem Hohlschliff die Zahl <<1441>>, davor Wolfszeichen eingeschlagen. Am Klingenansatz Schlagmarke (Fahne u. <<PH>>);
das untere Klingenviertel mit Kupfer angelötet, Eisengefäß;ein herzförmiges und ein nierenförmiges Stichblatt, beide beide siebartig durchbrochen;Daumenbügel;
Holzgriff schräglängsgefucht, Drahtumwicklung fehlt, ein Türgenbund aus Messing;Griff- und Nebenbügel am Knauf vernietet.
Gl 845mm, Kl 702mm, Kb 36mm, G 780g, W 58,7"

ein zweiter dieser Form, wird wie folgt beschrieben:

"176 Haudegen, deutsch, 2. Hälfte 17.Jahrhundert
Linsenförmiger Klingenquerschnitt;im kurzen Hohlschliff auf beiden Seiten eingeschlagen <<SAHAGVM>>, davor Wolfszeichen, am Klingenansatz Schlagmarke, Eisengefäß mit zwei nierenförmigen Stichblättern, Daumenbügel;Griff- und Nebenbügel im Knauf eingelassen;Drahtumwicklung erneuert.
Gl 880mm, Kl 730mm, Kb 33mm, G 880g, W 58,8"

Ein ähnliches Stück hatte das Auktionshaus Hermann Historica im Jahre 2011 versteigert

Zur Wolfsmarke einfach einmal googeln.

Sollte es sich um ein Original handeln, gehört die Scheide nicht dazu, da zu dieser Zeit meiner Meinung nach keine Scheiden getragen wurden.
Sie muss viel später angefertigt wurden sein.

Ich hoffe aber, dass unsere Experten "des alten Eisen" mehr zu diesem Stück sagen können.


Zum Anhang:
Bild 1 - 4 aus Europäische Hieb- und Stichwaffen
Bild 5 aus Geschichte der Klingenindustrie SOLINGENS von Rud. Cronau 1885

Sammlergrüße
Anfänger

5

Donnerstag, 13. September 2012, 14:55

wow..vielen vielen dank. du hast mir sehr weitergeholfen..
ja das die scheide ergänzt ist denke ich auch..
die wolfs-marke ist auch auf der klinge..wird dann wohl der solinger-wolf sein.
gruß martin

6

Mittwoch, 14. November 2012, 10:30

unbekannter Degen

Hallo benestrophe

Dein Degen ist ein österreichischer Felddegen aus der Zeit um 1680 mit Solinger Klinge. x1441 x oder meist x 1414 x ist eine magische (kabalistische) Zahl.

Ich habe einen Degen der gleichen Art in meiner Sammlung allerdings mit einer gegrateten Klinge.
Weitere Bilder meines Degens und die Abmesssungen findest du unter Degen .


Grüsse Willi
Willibald Meischl

7

Mittwoch, 14. November 2012, 15:32

Ja Hallo Willi,

schön wieder von dir zu hören!!!

Für eine aktuelle Arbeit bin ich auch mal in deine Zeit abgeschweift und habe mir zur Veranschaulichung der bearbeiteten Thematik eine Pike (deutsch um 1600) zugelegt.

Sammlergruß
Sebastian

8

Mittwoch, 14. November 2012, 18:18

hallo willi,

vielen dank für deine antwort!!! woher weißt du das es ein österreicher ist? gibts da spezielle anzeichen oder ist das einfach erfahrung?

gruß martin

Hallo benestrophe

Dein Degen ist ein österreichischer Felddegen aus der Zeit um 1680 mit Solinger Klinge. x1441 x oder meist x 1414 x ist eine magische (kabalistische) Zahl.

Ich habe einen Degen der gleichen Art in meiner Sammlung allerdings mit einer gegrateten Klinge.
Weitere Bilder meines Degens und die Abmesssungen findest du unter Degen .


Grüsse Willi

9

Sonntag, 18. November 2012, 10:39

Hallo Sebastian

Ich war längere Zeit damit beschäftigt in einem Modellbauforum über die Entwicklung und die Veränderungen im Schiffsbau von 1580 bis 1700 zu schreiben, ausserdem
habe ich Problem mit den Augen und darf nich mehr längere Zeit am PC sitzen.
Ich werde aber jetzt wieder öfters im Forum sein.

Grüsse Willi
Willibald Meischl

10

Sonntag, 18. November 2012, 10:51

Hallo Martin
Es ist die Form des Gefäßes, sowie der offene Daumenring der diese Degen als österreichisch kennzeichnet. Natürlich kommt auch die Erfahrung dazu.
Da Österreich damals ein Teil des Römischen Reiches- Deutscher Nation war, werden diese Degen manchmal bei Auktionen auch als süddeutsch bezeichnet.
Es gibt, wie bei allen Degen die in grosser Anzahl hergestellt wurden, kleine Unterschiede, diese ändern aber nichts daran dass es ein österreichischer
Felddegen ist. Die Klingen dazu kamen sowohl aus der Steiermarl, Deutschland und Spanien. die Gefässe wurden im Raum Wien und Oberösterreich gefertigt.

Grüsse Willi
Willibald Meischl

11

Sonntag, 18. November 2012, 12:13

Hallo Willi,

schön zu lesen, dass du wieder öfter vorbauschaust!
Die Gesundheit steht natürlich an erster Stelle, deshalb ist es auch verständlich, wenn du dir die Zeit entspr. einteilst.

Habe HIER meine Pike vorstellt, die kannst du dir bei Gelegenheit ja einmal ansehen und ggf. was dazu ergänzen.

Sammlergruß
Sebastian

12

Mittwoch, 21. November 2012, 16:38

Hallo Martin
Es ist die Form des Gefäßes, sowie der offene Daumenring der diese Degen als österreichisch kennzeichnet. Natürlich kommt auch die Erfahrung dazu.
Da Österreich damals ein Teil des Römischen Reiches- Deutscher Nation war, werden diese Degen manchmal bei Auktionen auch als süddeutsch bezeichnet.
Es gibt, wie bei allen Degen die in grosser Anzahl hergestellt wurden, kleine Unterschiede, diese ändern aber nichts daran dass es ein österreichischer
Felddegen ist. Die Klingen dazu kamen sowohl aus der Steiermarl, Deutschland und Spanien. die Gefässe wurden im Raum Wien und Oberösterreich gefertigt.

Grüsse Willi

vielen dank. sehr interessant.