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Samstag, 3. November 2012, 06:59

Garde-Degen

Guten Tag,
mir wurden Bilder eines preussischer Garde-Degens zur Bestimmung des Wappens vorgelegt. Dieses konnte ich erledigen.
Nun gab es aber mehrere Namensträger und ich würde den Degen mithilfe von "Gotha" und Ranglisten gerne personalisieren.
Es handelt sich offensichtlich um eine Solinger ? Privatanfertigung.
Gibt es eine Möglichkeit das Jahr und evt. das Regiment näher zu bestimmen ?


2

Sonntag, 4. November 2012, 10:34

Hallo rekem,

es handelt sich entweder um einen preuß. Kavallerie-Offz.-Interimssäbel oder einen preuß. Artillerie-Offiziersäbel. Diese Waffen waren stets Privatanfertigungen. Durch den aufgelegten Gardestern/Stern des Schwarzen Adler-Ordens ist er einem Garderegiment zuzuordnen. Kann man unter dem Stern vielleicht gekreuzte Säbel, Lanzen oder Kanonenrohre erkennen? Das wäre hilfreich. Hat die Scheide einen oder zwei Trageringe?

Grob kann man das Stück bisher einem Garde-Dragoner-, dem Leib-Garde-Husaren-, einem Garde-Ulanen- oder einem Garde-Artillerie-Regiment in den Jahren um 1900 zuordnen. Denkbar sind aber auch noch andere Formationen.

Hilfreich wäre der Name des Trägers des bereits ermittelten Wappens, dann dürfte eine Zuordnung ohne Probleme möglich sein.

Gruß

Naseweis

3

Sonntag, 4. November 2012, 16:28

Vielen Dank.
es handelt sich entweder um einen preuß. Kavallerie-Offz.-Interimssäbel oder einen preuß. Artillerie-Offiziersäbel. Diese Waffen waren stets Privatanfertigungen. Durch den aufgelegten Gardestern/Stern des Schwarzen Adler-Ordens ist er einem Garderegiment zuzuordnen. Kann man unter dem Stern vielleicht gekreuzte Säbel, Lanzen oder Kanonenrohre erkennen? Das wäre hilfreich. Hat die Scheide einen oder zwei Trageringe?
woraus ergibt sich die Waffengattung: hier Kavallerie oder Artillerie ?

Ist da etwas hinter dem Gardestern zu erkennen ?


Die Scheide hat 2 Ringe:


Hilfreich wäre der Name des Trägers des bereits ermittelten Wappens, dann dürfte eine Zuordnung ohne Probleme möglich sein.
Es handelt sich zweifelsfrei um einen v.Wurmb.
Diese Familie hat hauptsächlich Infanteristen, wenig Kavalleristen, sicherlich nie einen Artilleristen gestellt.
In der Rangliste von 1885 u. 1890 findet sich ein SLt/PLt im 3.GRzF, 1895 ein SLt im GGR4, 1900 ein SLt im 1.GRzF, 1905 u. 1910 keiner bei der Garde.
13 Wurmbs waren im Laufe der Zeit auf der Kriegsakademie, einer davon 1844 vom 2. GUR.
Bei Königgrätz ist 1866 Kurt v. Wurmb als BtlAdj. im GGR3 gefallen.

4

Sonntag, 4. November 2012, 20:22

Schöner Familienbezug...eine Familie mit ganz alter militär. Tradition.

Zeitlich würde ich das Stück auf ca. 1880-1910 eingrenzen, vielleicht hilft das.

Und wo steht denn das Wappen oder der Name? Auch das war je nach Zeit verschieden.
Non soli cedit!

5

Montag, 5. November 2012, 07:57

Schöner Familienbezug...eine Familie mit ganz alter militär. Tradition.
die Familie stellte zusätzlich zu den Erwähnten der Garde jeweils noch eine ganze Reihe weiterer Infanterieoffiziere


Und wo steht denn das Wappen oder der Name? Auch das war je nach Zeit verschieden.




letzteres unscharf, der Degen ist in USA

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Aber ist das ein Infanterie-Degen oder ein Kavallerie-Säbel ??

6

Montag, 5. November 2012, 18:14

Hallo rekem,

wie schon geschrieben, handelt es sich um einen Säbel (gebogene Klinge). Kavallerieoffiziere trugen auf dem äußeren Parierlappen gekreuzte Säbel und/oder gekreuzte Lanzen (wobei die Lanzen ein Hinweise auf Ulanen wären, aber nicht zwingend); Artillerieoffiziere gekreuzte Kanonenrohre. Durch den später angebrachten Gardestern werden meistens diese Embleme völlig oder z. T. verdeckt. Es gab aber auch Parierlappen ohne diese. Auf der unscharfen Vergrößerung kann ich leider nichts definitives erkennen.

1905 wurden die Scheiden geschwärzt, ab 1910 fiel das untere Ringband fort. In Anbetracht der noch aus Messing gefertigten Ringbänder und dem flachen Gardestern dürfte der Säbel etwa zwischen 1880 und 1900 zu datieren sein.

Gruß Naseweis

7

Montag, 5. November 2012, 19:54

...der Datierung schließe ich mich an. Da nur unter dem Gardestern keine Symbolik zu erkennen ist, bleibt die Zuordnung zur Waffengattung unmöglich.

Im Übrigen wie wäre es mit einem Garde Kavalleristen oder Artillerie-Offizier, der in der fraglichen Zeit schon außer Dienst war aber die Waffe noch getragen hat (das gab es m.W.nach auch öfter)? Also der im 2. GUR?

Viele Grüße,
Non soli cedit!

8

Dienstag, 13. November 2012, 21:59

1905 wurden die Scheiden geschwärzt, ab 1910 fiel das untere Ringband fort. In Anbetracht der noch aus Messing gefertigten Ringbänder und dem flachen Gardestern dürfte der Säbel etwa zwischen 1880 und 1900 zu datieren sein.


Damit kommt nur noch in Frage:
Karl v. Wurmb (1838-1902) 1880 Major b. Stabe 2.GUR, 1885 Kdr Königs UR 13, zuletzt Kdr 3. CavBrig, verabschiedet als GenLt.
Kinderlos - so kam wohl das Stück aus der Familie ?

Der Säbel müßte also zwischen 1880 und 1885 angefertigt worden sein.