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Samstag, 28. Dezember 2013, 20:16

Jagdplauten

Hallo zusammen,

in diesem Beitrag möchte ich einige Jagdplauten aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts vorstellen. Hierbei handelt es sich um Stücke aus Frankreich und Deutschland.
Über den Einsatzzweck der Jagdplauten habe ich bereits im Beitrag Zwei Jagdplauten mit Pandurendarstellung geschrieben und will deshalb an dieser Stelle nicht weiter darauf eingehen.
Hier soll anhand von kurzen Beschreibungen der einzelnen Stücke die Vielfalt dieser Jagdwaffen dargestellt werden.

Beginnen möchte ich mit meiner neusten Erwerbung, einer Rokoko Jagdplaute aus der Zeit um 1750.
Das asymmetrische Stichblatt setzt sich aus muschelförmigen Elementen mit Durchbrüchen zusammen und besteht wie die ganze Montierung aus Messing. Der Griff wurde aus grün gefärbtem Horn welcher mit Rillen versehen ist gefertigt. Die Klinge hat beidseits eine Hohlkehle und endet in einer Pandurenspitze. Auf der Klinge sind florale Dekorelemente zu erkennen, sowie jeweils ein Hirsch und ein Wildschwein welche von einem Hund gehetzt werden.
Als Zutat befindet sich an dieser Jagdplaute wohl schon seit langer Zeit eine Art Portepee.
Diese Plaute regional einzuordnen ist schwierig, wobei als Herstellungsort der Klinge mit großer Wahrscheinlichkeit Solingen in Frage kommt.

Gesamtlänge: 701 mm
Klingenlänge: 567 mm
Klingenbreit max.: 27 mm
Klingenstärke max.: 8 mm
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Samstag, 28. Dezember 2013, 20:26

Jagdplauten

Das Klingendekor.
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Samstag, 28. Dezember 2013, 20:46

Jagdplauten

Das Portepee oder Anhängsel. Wenn jemand hierüber etwas sagen kann wäre es schön.
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Sonntag, 29. Dezember 2013, 12:17

Jagdplauten

Das zweite Stück läßt sich relativ gut räumlich und zeitlich einordnen. Die Montierung besteht aus Silber und ist mit Pariser Punzen aus der Zeit zwischen 1762 und 1768 markiert. Die Klinge trägt einen leider nicht mehr entzifferbaren Text in französischer Sprache. Am Beginn der Hohlkehlen wird auch hier je ein Wildschwein und ein Hirsch durch einen Hund gejagt.
Ein noch vorhandenes Mundblech der Scheide ist mit "Le Peton a Rouen" bezeichnet. Sollte jemand etwas darüber wissen wäre ich für Infos dankbar.
Der Griff besteht wahrscheinlich aus Ebenholz mit rautenförmigem Schnitzmuster und einer Wicklung aus verdrilltem Silberdraht sowie sogenannten Silberlahn. Siehe hierzu auch: "Blankwaffen im Museum Jagdschloß Kranichstein" von Herbert H. Westphal.

Gesamtlänge: 710 mm
Klingenlänge: 556 mm
Klingenbreite max.: 32 mm
Klingenstärke max.: 8 mm
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Sonntag, 29. Dezember 2013, 12:23

Jagdplauten

Gesamtansicht und Klinge.
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Sonntag, 29. Dezember 2013, 12:28

Jagdplauten

Mundblech und Griffkappe.
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Sonntag, 29. Dezember 2013, 20:43

Jagdplauten

Die dritte Jagdplaute stammt laut der vergoldeten Klingeninschrift aus Solingen und zwar von: "De la marque au Raisin a Sohlingen" also die Manufaktur mit der Traubenmarke aus Solingen. Weis jemand wer dahinter steckt??
Dazu ist zwischen Bandelwerk noch ein Herz mit Flamme abgebildet. Was könnte das bedeuten??
Stücke des gleichen Herstellers sind auch im Buch "Europäische Hirschfänger" von Martin Stiegler abgebildet und beschrieben. Sie werden dort Frankreich um 1770 zugeordnet. Somit in Deutschland für Frankreich hergestellt, wobei Französisch damals ja die Modesprache war.
Auch auf dieser Klinge findet sich das obligatorische Wildschwein und der Hirsch welche vom Hund verfolgt werden.
Der Griff besteht wahrscheinlich aus Elfenbein mit verdrillter Drahtwicklung. Die kleine Parierstange und das Vernietknäufchen bestehen aus Messing.

Gesamtlänge: 620 mm
Klingenlänge: 476 mm
Klingenbreite max.: 26 mm
Klingenstärke max.: 7 mm
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Sonntag, 29. Dezember 2013, 20:46

Jagdplauten

Klingeninschrift und Dekor.
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Sonntag, 29. Dezember 2013, 22:21

hallo. sehr schöne stücke. danke fürs zeigen.

10

Montag, 30. Dezember 2013, 21:05

Jagdplauten

Hallo caliburn,

freut mich, dass Dir die Stücke gefallen!

Hier kommt nun Nummer 4:
Diesmal wohl wieder Frankreich. Eine etwas größere Jagdplaute, ebenfalls mit Ebenholzgriff und Wicklung aus verdrilltem Draht und Lahn, diesmal Kupfer versilbert. Die Parierstange mit Blumenmotiv und das Vernietknäufchen sind aus versilbertem Messing.
Auf der Klinge befinden sich Sonne und Mond und jeweils darüber und darunter ein Türkenkopf, leider schon etwas verputzt.
Auch solche Klingen mit etwas exotisch anmutenden Darstellungen waren zu jener Zeit beliebt.

Gesamtlänge: 774 mm
Klingenlänge: 620 mm
Klingenbreite max.: 32 mm
Klingenstärke max.: 7 mm
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Montag, 30. Dezember 2013, 21:08

Jagdplauten

Die Klinge.
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Montag, 30. Dezember 2013, 21:19

An dieser Klinge vermisse ich die lange Fehlschärfe und die jagdlichen Ätzungen. Auch die Kehlung ist recht ungewöhnlich. Könnte es sich hierbei möglicherweise um eine Säbelklinge aus der gleichen Zeit handeln?

Gruss
blankhans

13

Dienstag, 31. Dezember 2013, 10:15

Jagdplauten

Hallo blankhans,

ich kann nicht ausschließen, dass eine militärische Klinge verwendet wurde da nichts jagdliches drauf ist.
Eine richtige Fehlschärfe hat keine dieser Plauten. Du meinst sicher den Bereich bis zum Beginn der Hohlkehle, der auch scharf geschliffen war.
Als gemeinsames Merkmal haben alle vier Jagdplauten auf dem Klingenrücken die Pfeile. (Siehe Bild, Plaute 1-4 von links nach rechts). Gab es diese Pfeile auch bei militärischen Blankwaffen?
Ist jemand bekannt ob die Pfeile eine bestimmte Bedeutung haben oder reines Zierelement sind? Bitte auch meine Fragen zum Portepee bei Nr.1 und zum Hersteller bei Nr. 3 beachten!
Bin für jeden Tipp dankbar!

Danke und schon mal Neujahrsgrüße vom Jagdsammler Ebbe
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