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Dienstag, 11. März 2014, 14:38

Afrikanische Blankwaffen - zum Kämpfen zu schade !!!!!!!!!!

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Liebe Sammlerkollegien und -kolleginnen,

Afrikanische Blankwaffen waren ja nicht nur Kampfmittel sondern wichtiger Bestandteil der zwischenmenschlichen Beziehungen.
So zB als Ablöse für Vergehen wie Ehebruch, Schwängern einer fremden Ehefrau oder Feigheit im Kampf.
Auch Honorare für die unterschiedlichsten sozialen Dienstleistungen zahlte man mit Speeren bzw. Messern --> Tribute an den König, Ablösung eines Fluches, Gebühr für den Totengräber uvm. (sie Liste Anhang).
Am bekanntesten ist aber wohl ihr Einsatz als Brautpreis. 20 - 30 Speere / Messer waren schon nötig, um den Vater der Braut zu überzeugen. (Ärmere Bewerber durften gewöhnlich in Raten bezahlen.)
Dabei kam es vor allem auf das Gewicht, Aussehen und Material der Waffen an. Allerdings summierte sich die ausgehandelte Menge dadurch, dass ein guter Schwiegersohn bei seinen Besuchen dem Schwiegervater 1-2 Exemplare als Geschenk mitbrachte. So kamen im Laufe der Jahre oft über 50 Stücke zusammen.
Starb ein Ehemann, vermied man die Rückzahlung der "Brautspeere" indem die Witwe einen ihrer Schwäger heiraten musste.
Beim Ableben der Frau zahlten deren Eltern den Brautpreis zurück (bei Kinderlosigkeit) bzw. 10 Speere pro Sohn. Keine Rückgabe erfolgte, wenn eine Tochter geboren war. Für diese würde der Vater später ja selbst wieder "Speere" bekommen !
Als besonders wertvoll galten Waffen aus oder mit Aluminium. Auch im Europa des 19. Jahrhunderts war dieses "neue" Metall, bevor es industriell gefertigt werden konnte, sein Gewicht in Gold wert. So speiste zB Napoleon III (Französischer Kaiser von 1852 - 72) bei festlichen Anlässen von Geschirr aus Alu.

Viele Grüße
Welasa


Anhang: Messer aus DR Kongo ==> Ngbandi / Mongo / Nkutschu ; Bild Brautpreis Zande DR Kongo ; Honorare

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Donnerstag, 13. März 2014, 18:15

Hallo Welasa

vielen Dank für diesen interessanten Beitrag.