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Montag, 23. Juni 2014, 07:41

Artilleriesäbel n/A Kaiserliche Schutztruppen

Hallo,
habe hier einen Artilleriesäbel n/A. Habe bereits in anderen Foren versucht, etwas über den Säbel in Erfahrung zu bringen.
Scheint schwerer als gedacht. Es konnten weder Angaben zu den Truppenstemplungen K.S. 177 (Säbel) Scheide: J.S.66. dieses durchgestrichen Ersetzt durch:Ü.PI.G.9., noch zum Wert gemacht werden.
K.S. heisst wohl Kasierliche Schutztruppen -- der Rest ist unbekannt.

Auch finde ich kaum Vergleichsstücke im Netz, um so einen ca. Wert ermitteln zu können. Die gefunden Säbel waren alle wesendlich schlechter vom Erhaltungsgrad und lagen preislich von 300-600 Euro.

Vielleicht kann mir ja hier jemand was über den Säbel sagen

2

Montag, 23. Juni 2014, 10:48

Hallo,

erstmal zu dem Säbel selbst. Das Stück wurde 1916 abgenommen. Damit lässt sich eine Verwendung für die Kaiserliche Schutztruppe in Süd-West relativ sicher ausschließen. Mir selbst ist auch keine Verwendung des Ari.Säbels neuer Art bei der Schutztruppe Süd-West bekannt.
Wenn es sich bei dem Truppenstempel um einen Stempel aus der Kaiserzeit handelt, dann um einen s.g. "Kriegsstempel". Diese wurden gerne mal ohne Beachtung der Vorschriften geschlagen, da eigentlich im Krieg gar keine Markierungen mehr vorgenommen werden sollten. Ergo ist die exakte Auflösung eher schwer bis unmöglich.

Weiterhin befindet sich die Zahl 1920 auf dem Säbel. Diese sagt aus, dass der Säbel nach Zusammenbruch der Monarchie in die neue Reichswehr übernommen wurde. Die Reichswehr hatte selbst eigene Stempelvorschriften gehabt, diese unterscheiden sich häufig mit denen des Kaiserreichs.
Das gleiche gilt für die Scheide des Säbels.
Die Truppenstempel der Scheide sind (soweit ich es erkennen kann) aus Reichswehr-Zeiten.

Ü.PI.G.9. steht zum Beispiel für die Waffe Nr. 9 der Kommandantur des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr. Mein Tipp für die anderen Stempel sind K.S. = Kavallerieschule und J.S. = Infanterieschule (das große i wurde recht früh durch ein J ersetzt, damit es besser von der römischen 1 unterschieden werden konnte).

Ich kenne mich mich den Truppenstempeln der Reichswehr nicht sonderlich aus, deshalb überlasse ich an dieser Stelle die genauen Deutungen des K.S. 177 und J.S.66. anderen Mitgliedern.

Ich hoffe schon mal etwas geholfen zu haben.

Grüße

Vincent

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Spartaner545« (23. Juni 2014, 11:00)


3

Montag, 23. Juni 2014, 13:39

Hallo,
danke für die Antwort.
Da ich diesen Säbel zusammen mit einem Seitengewehr 98 kurz Kriegsausführung mit Sägerücken (sehr sonderliche Trageweise ähnl. wie bei späteren SA SS Dolchen) ebenso Gestempelt K.S. (aber ohne 1920) von einer Freundin meiner Oma gekauft hatte (vor etwa 25 Jahren!!), die mir anhand von sehr alten Fotos belegen konnte, das ihr Vater in Kamerun und Ost-Afrika war. Selbst das Seitengewehr (mit der seltsamen Trageform) war darauf abgebildet. Daher steht für mich ausser Frage, das K.S. Kaiserliche Schutztruppe heisst.

Nur der Rest ist halt ungeklärt.

4

Montag, 21. Juli 2014, 09:10

So, ich kopiere hiermmal den Teil der Mail rein. Bezog sich auf eine Antwort eines anderen Forums. Er ist als Gutachter für mehrere französische Museen tätig.
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Cher Monsieur,

Es ist eine Anmaßung von Laien, die ihr Wissen von Hören/Sagen oder aus der Litaratur beziehen. Natürlich ist es möglich, das dieser Artilleriesäbel n/A zur kaiserlichen Schutztruppe gehörte. Auch die Stemplung 1920 ändert da nichts dran. Alleine die Aussage, es gab 1916 keinen Nachschub mehr, ist schon falsch.
Viele solcher ehemaligen KS Stücke, wurde aufgrund von nostalgie, nicht erneut gestempelt, sofern sie den Besitzer nicht wechselten. Bei der Neubestemplung belies man es auf der Scheide.
Ich besitze mehrere Stücke (einige schon seit 40 Jahren), welche 1916 abgenommen sind und zweifellos, da Träger pers. bekannt, von der kaiserlichen Schutztruppe stammten. Darunter sind auch vier 1920 und ein 1921 gestempelte.

Sehr geehrter Herr xxxxxx, glauben sie nicht alles, was man ihnen serviert. Denn dann hätte wir ja so viele Fachleute in unseren Lande und bräuchten uns keine Gedanken um den Nachwuchs zu machen.
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5

Montag, 21. Juli 2014, 10:03

Hallo Mutz,

ich freue mich über die Antwort. Zu meiner Aussage: Natürlich bin ich ein Laie. Das Sammeln von Blankwaffen ist mein Hobby, nicht mein Beruf. Ich lasse mich also sehr gerne von Personen mit mehr Erfahrung belehren, gerade wenn es um die Kaiserlichen Schutztruppen geht.

Wenn hier im Forum um Rat gefragt wird bekommt man natürlich nur Meinungen einzelner Personen. Diese können falsch oder richtig sein, deshalb ist es jedoch nicht gleich als Anmaßung zu verstehen, wenn jemand seine Meinung darlegt. Niemand von uns war damals live dabei und nur die wenigsten hatten das Glück Augenzeugen kennen zu lernen. Daher finde ich nichts verwerfliches daran, sein Wissen aus Büchern und anderer Literatur zu beziehen.Die "aggresive Formulierung" empfinde ich daher doch etwas unnötig.

Ich hatte dir auch vor kurzem ein Mail an die Adresse geschickt, die du hier im Forum angegeben hast. Würde mich sehr gerne noch ein bisschen über den Säbel und das von dir beschriebe kS98 austauschen.

Beste Grüße

Vincent

6

Montag, 21. Juli 2014, 19:15

naja, sind ja nicht meine Worte. Habe nur ein Teil der Email wiedergegeben.
Das KS98 ist wie bereits geschrieben schon lange nicht mehr in meinem Besitz. Hatte zwar eine Kopie eines Bildes wo das KS98 mit dem Träger drauf war/ist, weiss aber mom nicht wo ich da suchen soll. Ist immerhin schon einige Jahre her, wo ich es zuletzt in der Hand hatte.