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Samstag, 31. Januar 2015, 19:43

k.k. Infanterieoffizierssäbel M1850/61 „KÜLL“

k.k. Infanterieoffizierssäbel M1850/61 „KÜLL“
Unglaublich, aber wahr… :rolleyes: Obwohl ich diesen M1850/61 schon lange in meinen Reihen halte, habe ich es bisher tatsächlich verabsäumt, diesen auch vollinhaltlich vorzustellen—abgesehen von einer kleinen Fachdiskussion mit unserem Zlatko zu „Küll“ vor längerer Zeit—s.d.Infanterieoffizierssäbel M 1850
Möglicherweise, weil wir hier schon so manche schöne 1850, auch 1850/61iger hatten, habe ich dann einfach den meinigen vergessen….

GL: 92cm
GLoS: 86,5cm
KL: 72, 5cm
KB: 3cm
Petschaft: „E R“

Griff mit Fischhaut und Silberdrahtwickelung, Flachrückenklinge, beidseitige breite Hohlbahn
Marken: „Totenkopfmarke“ und KÜLL
Die Totenkopfmarke des Peter KÜLL in Solingen wurde etwa zwischen 1820-1845 verwendet. Diese ist auf die Gebrüder August und Gustav Küll übergegangen und dann ab Anfang der 1860iger Jahre auf die Firma Friedrich Neeff &Söhne übergegangen. Ich selbst habe diese Totenkopfmarke bisher nur auf Waffen um 1845/50 gefunden.


Der Säbel stammt aus der alten Kaisersommerresidenz Bad Ischl und ist erfreulicherweise 100% im alten Originalzustand. Weiters zeigt der Säbel typische intensive Tragespuren (v.a. Scheide)und dürfte über einen langen Nutzungszeitraum lange sehr getragen worden sein (ca. 40 Jahre oder länger….), aber er wurde auch sichtlich gut gelagert, gepflegt und niemals vernachlässigt!
So konnte sich so gut wie kein Rost ansetzen. Die Vernickelung dürfte wahrscheinlich bei der Adaption auf die Trageart M 1861 (zirka um 1865-1875) erfolgt sein. Sie ist zwar auch abgerieben und alt, aber dafür in gutem originalen Zustand. Die Vernickelung egalisierte aber leider auch etwas den Zierwert der ursprünglich graviert und ziseliert gewesenen Klinge. dafür wurde sie pflegeleichter. Die Klinge ist fachmännisch kriegsmäßig geschärft. Immerhin denkbar wäre, dass der Grund dafür eine Verwendung während zB der Aufstände in der Hercegowina, Bosnien usw. 1881/82 gewesen sein könnte. Auch das zugehörige handgestickte goldene und mit gelbem Saffianleder gefütterte alte und „kurze“ Offz Portepee vor 1900 (ca. so um 1870/80) ist für mich eine Augenweide. Kurz und gut: der Säbel macht mir unverändert Freude….. :tongue:
A.E.I.O.U.

2

Samstag, 31. Januar 2015, 21:47

Mein lieber alter Freund!!!

Das ist unglaublich gut erhaltener Säbel. Schärft aber noch immer glänzt. Das ist ohne zweifel eine echte Kriegswaffe, welche ist mit große Sorge und Liebevoll deponiert :thumbsup: .
Entschuldigen Sie bitte für schlechtes Deutsch.


Grüße aus Kroatien

Chombe

3

Sonntag, 1. Februar 2015, 11:55

Lieber Zlatko! Danke für deinen netten Kommentar--du hast eben einen guten Geschmack :tongue: Ich habe es nochmals mit einem anderen Licht und Bildern probiert...
A.E.I.O.U.

4

Sonntag, 1. Februar 2015, 13:44

Lieber Gerhard !!!

Ich habe nur an den allgemeinen perfekten Zustand der Waffen gedacht, nicht an deinen Foto - Geschicklichkeit :P .
Weißt du vielleicht wer ist E. R. ?
Entschuldigen Sie bitte für schlechtes Deutsch.


Grüße aus Kroatien

Chombe

5

Sonntag, 1. Februar 2015, 18:04

Hallo!
Gratuliere Dir ein bemerkenswert schönes Stück, und noch dazu eine tolle Geschichte.
Grüße Josef

6

Sonntag, 1. Februar 2015, 19:26

@Zlatko: Alles OK mein alter Freund, ich habe schon verstanden... ;) ---ich bin eben nicht der perfekte Fotograf--und werde es wohl auch nicht mehr werden... :D
Leider weiss ich zu meinem Leidwesen nicht, wer "E.R." war. Selbst wenn man die zutreffenden Schematismen arbeitsaufwändigst durcharbeiten würde, blieben wahrscheinlich noch immer viel zu viele verschiedene Möglichkeiten--ich fürchte, --ich sage nicht unmöglich--, aber es wird --falls überhaupt--- sehr schwer zu eruieren sein--das ist natürlich schade...

@Josef Wir begrüßen dich herzlich in unserer gemütlichen "kuk Ecke", wo du bestimmt noch viel Lesestoff finden wirst. Vielleicht hast du auch interessante Objekte, die du uns zeigen kannst.
Es freut mich, dass dir der Säbel gefällt, spannend werden die Sachen ja erst richtig durch die Geschichte dahinter, sofern man diese aus der Vergessenheit retten und für die Nachwelt sichern kann. ;)
A.E.I.O.U.

7

Montag, 2. Februar 2015, 07:16

Hallo Gerhard!

Die 50er sind einfach die schönsten (für mich) Infanteriesäbeln.
Danke für die Vorstellung und die reichhaltige Fotogalerie! Sehr gut getroffen.
Leider sieht man die Gravuren - zumindest auf den Fotos gar nicht mehr. Ich hoffe, in Natura sind sie noch ein wenig auszumachen.
Sehr schön, daß noch das originale alte Portepee dabei sein dürfte.
Interessant, daß nicht die Scheide auf die 61er Tragearte adaptiert wurde - wie ja in den meisten Fällen, sondern eine komplett neue 61er Scheide beigegeben wurde.

Wär interessant wie der Säbel nach Ischl gekommen ist.
Ob der Träger wohl ein alter Offizier war, der dann auf Sommerfrische in Kaisers Nähe war, oder vielleicht zu einem Stab gehört hat!
Wie du sagst, wird wahrscheinlich nicht mehr rauszufinden sein, aber schön wenn man darüber spekulieren kann.

Gratulation zum schönen 50er!!!

Servus

Alex

8

Montag, 2. Februar 2015, 17:00

Leider sieht man die Gravuren - zumindest auf den Fotos gar nicht mehr. Ich hoffe, in Natura sind sie noch ein wenig auszumachen.
Sehr schön, daß noch das originale alte Portepee dabei sein dürfte.
Interessant, daß nicht die Scheide auf die 61er Tragearte adaptiert wurde - wie ja in den meisten Fällen, sondern eine komplett neue 61er Scheide beigegeben wurde.

Lieber Alex!
Der Säbel dürfte direkt aus einer Ischl-ansässigen Familie bzw deren ständiger Sommerfrischendependance in Ischl kommen. Zu dieser Annahme bringt mich die (nur mir ) bekannte Erwerbshistorie. Die zeittypischen Gravuren etc. kann man bei gutem Lichte noch einigermassen erkennen, diese lassen sich aber schlecht abbilden. Durch die ca. um 1855 so richtig modern werdende Vernickelung ist die ursprüngliche Wirkung der zart gehaltenen noch biedermeierlichen Verzierungen für den heutigen Betrachter leider dahin--aber immerhin wurde schon damals der Pflegeaufwand für den Säbel erheblich verringert.
Abgesehen davon, dass der damalige Fachhandel jederzeit komplette neue Scheiden oder deren Ersatzteile feilgeboten hatte, also der Komplettaustausch der Scheide bei gar nicht so seltener Notwendigkeit doch üblicher gewesen sein dürfte ----aber: Ich denke allerdings bzw dünkt mich so ein bestimmtes Gefühl, dass es hier doch noch um die alte adaptierte 50iger Scheide handelt--aber dies könnten wir bei einer direkten gemeinsamen Inaugenscheinnahme nochmals durchdiskutieren.
Denn: die 61er Ringbänder wirken in realiter absolut aufgesetzt (was ja tatsächlich m.E. wohl der Fall gewesen) und irgendwie auch material-und verarbeitungsmässig (also aufgesetzt) anders als der Rest der Scheide. Diese wirkt auch-in realiter zumindest mir gegenüber- so gar nicht "M61 modern" sondern schon eher altertümlich--zumal ist deren Fläche bei genauer 1:1 Betrachtung richtig ordentlich durchkubiert, gebeult, gekantet, gekratzt und getragen--aber nicht rücksichtslos geschunden--und dies sichtbar über eine lange Zeit. Sie passt einfach zum Säbel und ich bin der Meinung, dass beide schon immer eine Einheit gebildet haben--aber wie gesagt....was wohl den Bildbetrachter möglicherweise täuscht, dürfte dem sehr guten Zustand und der immer pfleglich und respektvoll sorgfältig gewesenen Behandlung des guten Stücks geschuldet sein.
A.E.I.O.U.

9

Dienstag, 3. Februar 2015, 09:41

Lieber Gerhard!

Mir geht`s ähnlich mit einem vernickelten 45er. Die Gravuren sind kaum mehr zu erkennen, wohl schon vor der Vernickelung abgerieben, durch diesen Beschichtungstechnischen Eingriff fast gänzlich unkenntlich gemacht.
Auf die Inaugenscheinnahme der Scheide freu ich mich schon!

Servus

Alex

10

Dienstag, 3. Februar 2015, 15:45

Aus der Sekundärliteratur weiss ich gelegentlich, dass man so um 1900 bezüglich der Vernickelung oder überhaupt Neuvernickleung älterer Säbel keine Hemmungen zeigte, mußten diese optisch doch wieder "attraktiviert" werden und man wollte diese Säbel-ev. aus der Familie sogar- wieder tragen-zB "Kadett zu Mutter: bitte lasse mir den alten Salonsäbel vom Vater verlässlich neu vernickeln, dass ich diesen bei dieser u. dieser Gelegenheit dann auch tragen kann"...
A.E.I.O.U.