Sie sind nicht angemeldet.

1

Montag, 16. November 2020, 14:27

Stichbajonett zu Feldstutzer 1851

Hallo

Das Thema wurde zwar in einem anderen Faden schon gestreifft, ich mach jetzt der Übersicht halber trotzdem einen neuen... Das Bandulier für Weidmesser und Stichbajonett. Ich konnte so ein Bandulier ergattern. Das Weidmesser mit Schlag meines Heimatkantons ist auch schon da, jedoch gerade beim Sattler, da keine Strippe mehr an der Scheide ist. Nun zur Frage: Hat jemand ein Belegstück für die Scheide des Feldstutzerbajonettes? Da ist in der Literatur die Rede von Messinggarnituren. Auch glaube ich schon solche aus geschwärztem Eisen gesehen zu haben. Oder auch ohne Garnituren? Was war denn nun tatsächlich in Gebrauch?
»Bergbueb« hat folgendes Bild angehängt:
  • IMG_20201116_151416.jpg

joehau

Mitglied

Beiträge: 64

Wohnort: Preußen

Beruf: Leibhusar

  • Nachricht senden

2

Montag, 16. November 2020, 17:07

Irgendwie werden in deinem Beitrag ganz verschiedene Themen
gleichzeitig angesprochen. Vielleicht kannst du die noch etwas
entwirren und verdeutlichen, worum es im einzelnen geht.

Erst noch einmal das gezeigte Bandulier etwas deutlicher.
»joehau« hat folgendes Bild angehängt:
  • - Bandulier vor Einf. des Leibriemens 1862.jpg

3

Dienstag, 17. November 2020, 20:18

Hallo
Ja, ich fürchte man sieht die Eile in der der Beitrag erstellt wurde... Also wie gesagt: Weiss jemand mit Bestimmtheit welche Art(en) von Scheiden für das Stichbajonett des Feldstutzer 1851 ausgegeben wurden? Der Rest des Ensembles wäre vorhanden, aber nach welcher Bajonettscheide ich suchen muss ist mir wieder unklar... Ich hoffe es ist jetzt etwas verständlicher. :whistling:


Grüsse

4

Mittwoch, 18. November 2020, 13:45

Hallo Bergbueb
Schönes Stück, kommt mir bekannt vor. :D Zur Scheide, ich habe eine Fotografie eines Scharfschützen Ord. 1861, der vermutlich ein solches Bajonett trägt. Sehr schön zu sehen sind das Weidmesser und die Verbindungsschlaufe. Der Stiefel der Bajonettscheide endet in einem Eisenknopf. In den Büchern von Hugo Schneider ist im Band 2 (Handfeuerwaffen bis 1867) von einer Lederscheide mit Messingbeschlägen die Rede. Im Band 7(Griffwaffen) ist ein solches Bajonett mitsamt Scheide abgebildet. Dieses Ist mit Eisenstiefel und Lederstrippe ausgestattet. Ich schliesse nicht aus, dass beide Varianten gleichzeitig existiert haben, vielleicht wurden defekte Scheiden auch durch einfachere ersetzt. Da dein Bandulier eine Schnalle hat, würde ich am ehesten auf letzteres gehen.

Anbei noch ein Foto eines Scharfschützenfracks Ord. 1842.
»Microraptor92« hat folgendes Bild angehängt:
  • IMG_1725.JPG
»Microraptor92« hat folgende Dateien angehängt:
  • LTQM4011.JPG (970,44 kB - 21 mal heruntergeladen - zuletzt: Heute, 03:03)
  • P1000130 (2).JPG (2,23 MB - 19 mal heruntergeladen - zuletzt: Heute, 03:03)

5

Donnerstag, 19. November 2020, 15:47

Hallo Microraptor

Bei Grenacher ist eines mit Messinggarnituren abgebildet. Die Klinge war bei diesem Bajonett einiges länger alls bei den anderen üblichen. Wenn eine Scheide also passt, dürfte sie auch orginal sein...? Auf jeden Fall konnten nicht einfach Scheiden anderer Truppengattungen verwendet werden.

6

Donnerstag, 19. November 2020, 18:02

Tja, dieses Buch besitze ich leider noch nicht, war mir bisher ehrlich gesagt zu teuer. Die Bajonette zum Stutzer 1851 und zum Jägergewehr 1853 waren mit 510 mm Klingenlänge jeweils gleich lang, daher ist ein Austausch durchaus möglich. Hat der Scheidenmund beim Grenacher denn eine Lederstrippe oder einen Tragehaken? Bei Letzterem würde es ja eh nicht in dein Bandulier passen.

Wie gesagt könnten von Kanton zu Kanton unterschiedliche Scheiden vorkgeommen sein.

7

Donnerstag, 19. November 2020, 20:20

Hallo
Ich wollte eigentlich ein privates IG89 kaufen und habs nicht bekommen. Da habe ich das Budget für das Buch benutzt... Hab's mir aber auch mehr als ein mal überlegt. Das seltsame ist, das nur das leere Mundblech sichtbar ist. Ev. war da ein Bügel für eine Strippe angelötet. Ich mach morgen mal ein Bild von der Abbildung.

8

Freitag, 20. November 2020, 08:12

Wie versprochen das Bild aus: Schweizer Seitengewehre von Ernst Grenacher.
»Bergbueb« hat folgendes Bild angehängt:
  • IMG_20201120_090948.jpg

9

Freitag, 20. November 2020, 19:21

Schaut passend aus, allerdings ist da keine Spur einer Befestigung zu sehen. Ich habe auch mal in alten Auktionskatalogen nachgeschaut, bei allen Stutzer mit dem Originalbajonett war die dazugehörige Scheide mit Lederstrippe und Eisenstiefel. So eine Scheide habe ich jedenfalls noch keine gesehen.
Andere Frage: Ist das Buch seinen doch ziemlich hohen Preis denn wert?

10

Freitag, 20. November 2020, 20:26

Die Mühe mit den Auktionskatalogen habe ich mir auch schon gemacht. Bei Kessler gabs mal eine Kombi mit einem Weidmesser mit einer solchen Bajonettscheide. Wie die genau befestigt war, sieht man auf dem recht kleinen Bild aber nicht. Das Buch hat eine gewalltige Fülle an Infos. Ich bin noch nicht mal ansatzweise durch. Von daher: ja ich denke es ist es Wert. Es sind halt such viele Versuchswaffen drin. Das ist jetzt nicht unbedingt mein Gebiet...

11

Samstag, 21. November 2020, 18:53

Zum Buch von Grenacher: Es ist sind ja zwei Bücher in einem Schober und die sind ihren Preis wert. Wenn du die Illustrationen und professionellen Bilder ansiehst,bekommst du sehr viel für das Geld. Ich bin auch nicht Sammler von Versuchswaffen, aber sehr interessiert am geschichtlichen Kontext. So erfahren wir bei Grenacher viel über neue Materialien, wie z.B. die Kautschuk Griffschalen beim Vetterli Säbelbajonett und vieles über die Evaluation von Modellen. Da ich alle Varianten von Eidgenössischen Griffwaffen sammle - also Varianten von Ordonnanzen wie zum Beispiel vom Geniesäbel 1878, finde ich im Buch Grenacher eigentlich alle beschrieben.

Zur Bajonettscheide: Es gab zu eidgenössischen und kantonalen Ordonnanzen tatsächlich Bajonettscheiden mit Messinggarnitur. Am Mundblech war in der Regel ein runder Trageknopf angebracht. Das scheint mir aber für das Feldstutzerbajonett doch eine zu retariderte Form. Das Schulterbandelier der Scharfschützen hatte für die Befestigung des Bajonetts eine Schnalle, also käme eine Lederstrippe in Frage. Ich würde einmal in der Ordonnaz 1852 über die Bewaffnung und Ausrüstung der Eidgnössischen Armee nachschauen, was die Scharfschützen für Bajonettscheiden hatten.

12

Sonntag, 22. November 2020, 14:38

Klingt spannend, vielleicht kaufe ich mir das Buch auch mal. Aber wie gesagt, für mich ist das schon ein hoher Preis.

Ich habe hier mal das Reglement von 1842, da ist der Stutzer 1851 natürlich nicht drin. Es schreibt eine Länge von 17 Zoll (ca 43 cm) für das Bajonett und eine schwarze Lederscheide mit Stiefel und Strippe vor. Also mehr oder weniger gleich wie beim Infanterie-Bajonett.

Im Buch Handfeuerwaffen Band 2 ist das ganze Reglement abgedruckt. Hier der Auszug der Beiwaffen: 2. Mit dem Waidmesser mit Kuppel. Das Waidmesser mit gerader flacher Klinge, mit nur einer Schneide; Griff ohne Bügel, mit einer Parirstange, Scheide von schwarzem Leder mit einem Mundstük un einem Stiefel von Messing. Das Kuppel von schwarzem Leder mit einer Tasche für das Waidmesser und einer solchen für die Bajonetscheide, welche aus schwarzem Leder verfertigt wird. (Vgl. Band 7 dieser Reihe, S.126)

In dieser Hinsicht sind sich Band 2 und Band 7 eben uneins und das Reglement lässt hier sehr viel Spielraum. Aber damals wurde ja auch mit Musterexemplaren gearbeitet, die wir heute leider nicht mehr zur Verfügung haben.

13

Sonntag, 22. November 2020, 17:33

Hallo Microraptor. In den letzten Jahren wurden von Sammlern und Experten verschieden Abhandlungen zu den Musterexemplaren erstellt. Die sind natürlich noch vorhanden, aber nicht von allen Kantonen. Erst kürzlich tauchte das bisher einzige Musterexemplar zum fakultativen Weidmesser 1817 auf. Von den "gewöhnlichen" Bajonetten wurden meinse Wissens nie Musterexemplare verschickt. Ich schaue einmal noch im Reglement 1852 nach.

14

Montag, 23. November 2020, 16:08

Hallo

Zur Ordonnanz erklährt wurde das wohl 1851 so. Die andere Frage ist, ob das auch konsequent angewendet oder sogar einmal noch geändert wurde. Denn auch auf zeitgenössischen Abbildungen sieht man meist schwarze Scheiden...

Grüsse

15

Dienstag, 24. November 2020, 19:06

Bajonettscheide zu Feldstutzerbajonett

Scheide für Bajonett mit Messingstiefel und ledernem Scheidenmund mit angehähter Strippe.
»schmiede39« hat folgende Datei angehängt:
  • DSC01400.JPG (2,13 MB - 16 mal heruntergeladen - zuletzt: Heute, 03:03)