Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Blankwaffenforum. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

1

Samstag, 10. Januar 2009, 22:09

schwedische Kavalleriepistole m/1850 (Stutzen)

Heute zeige ich nun die Pistole, mit der ich meine Sammlung begann.

Die Pistole m/1850 ist die einzigste neu entwickelte Perkussionspistole, welche bei der schwedischen Kavallerie in großem Maße eingeführt wurde. Am Anfang wurden viele dieser Waffen bei P.J. Malherbe in Belgien hergestellt. Ab 1851 wurden diese Waffen in Husquarna und Eskilstuna hergestellt. Das letzte Produktionsjahr war 1856. Auch diese Waffen wurden als Paar mit Anschlagkolben an den Kavalleristen ausgegeben, wobei eine einen gezogenen und die andere einen glatten Lauf hatte.

Stutzenpistole: gezogener Lauf

Flankörpistole: glatter Lauf

Auch hier ist die Zusammengehörigkeit eines Paares geregelt. Die Waffe mit der niederen, ungeraden Nummer ist die Stutzenpistole und die Waffe mit der höheren, geraden Nummer die Flankörpistole. Interessanterweise wurden die Waffen ohne Kimmeneinschnitt ausgeliefert. Dieser wurde erst durch die Waffenmeister der Regimenter eingeschnitten. Heute noch tauchen sehr gut erhaltene Stücke ohne Kimmeneinschnitt auf. Diese stammen aus den Waffenkammern der Regimenter und waren also noch nicht ausgegeben. Die genaue Zahl der gefertigten Pistolen ist nicht bekannt. Die folgenden Zahlen sind also nur Schätzungen.

Leibgarde zu Pferd: ca. 1.500 Mann
Leibregiment Dragoner Corps: ca. 505 Mann
Skåne Dragoner Regiment: ca. 1.000 Mann
Skåne Husaren Regiment: ca. 1.000 Mann
Husarenregiment König Carl XV.: ca. 600 Mann
Jämtlands Jäger Corps zu Pferd: ca. 200 Mann

Mann kann also davon ausgehen,
dass mit Reserven ca. 5.500 Paare hergestellt wurden.

1865 hatten erst 3 Regimenter die Pistole m/1850.

- Leibregiment Drgoner Corps - erhalten 1852
- Skåne Dragoner Regiment - erhalten 1853
- Skåne Husaren Regiment - erhalten 1853

Erst am 03.08.1869 wurde befohlen, an folgende Regimenter die Pistole m/1850 auszugeben.

- Leibgarde zu Pferd - 1869
- Husarenregiment König Carl XV - nach 1869
- Jämtlands Jäger Corps zu Pferd- 1869

Die anderen beiden Regimenter erhielten diese Waffe nie, sondern führten das aptierte Modell m/1820-57 oder m/1820-59.
In Schweden ging die Ära der Vorderladerpistolen für die Kavallerie mit der Einführung des Revolvers m/1871 zu Ende.

Beschriftung
H 1851 = Husquarna - Herstellungsjahr 1851

309 = Waffennummer

2 = Zugehörigkeitsstempel der Teile

49 RS = Mann Nummer 49/Roslags Schwadron (3)/
Leibregiment Dragoner Corps

49 auf dem Lauf = Wiederholung der Mann Nummer

technische Daten:
Die Stutzenpistole hat einen gezogenen Lauf mit einem Dorn nach dem System Thouvenin. Das Pulver lagert sich um den Dorn und die Spitzkugel wird mit ein paar wuchtigen Stößen mit dem Ladestock auf den Dorn gestaucht. Auf diese Weise wird das Blei der Kugel seitlich in die Züge gepresst. Dies führt zu einem gasdichten Abschluss der Kugel mit dem Lauf.

Kaliber: 14,85 mm

Geschoss: Spitzkugel - Länge: 21,68 mm, Durchmesser: 14,55 mm,
Gewicht: 23,12 g

Pulverladung: 3,315 g

Maße der Pistole

Länge: 46,4 cm

Lauflänge: 29,7 cm

Gewicht: 1,35 kg

Schaftholz: Birke

Züge: 4

Drall: 3/16 auf Lauflänge

Die Züge sind bei dieser Waffe nicht mehr vorhanden.

Viel Spaß mit meinem Schmuckstück wünscht der alte Schwede

Thomas