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Samstag, 5. Juni 2021, 15:10

Unbekannter Degen 'SEBASTIAN ERNANDES'

Hallo zusammen,

diesen Degen habe ich erst vor kurzem gekauft. Ich wüsste gern, ob nur die Klinge spanisch ist oder das

ganze Stück.



Gesamtlänge 81 cm

Länge der Klinge 66 cm

Klingenbreite Fehlschärfe 18 mm

Auf beiden Seiten der Klinge ist zu lesen: SEBASTIAN ERNANDES



Danke für jede Information.

Winfried
»winne« hat folgende Bilder angehängt:
  • P 1.JPG
  • P 2.JPG
  • P 3.JPG
  • P 4.JPG

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Sonntag, 6. Juni 2021, 08:23

Hallo Winfried
Sehr schöne Waffe, Kompliment. Die Inschrift bezieht sich auf den Degenschmied Sebastian Hernandez, der zwischen 1560 und 1600 in Toledo aktiv war. Ob er tatsächlich der Hersteller war, ist die Frage. Da seine Produkte sehr bekannt und begerht waren, ist sein Name ähnlich wie der Passauer Wolf oft von anderen Schmieden zur besseren Vermarktung verwendet worden. Auch lange nach seinem Tod sind Klingen mit diesem Namen in ganz Europa verkauft worden. Ich vermute dass es sich um eben so eine Raubkopie handeln dürfte, da mir die Punzen doch recht grob und "unmeisterlich"(+fehlendes H) daherkommen. Das soll nicht heissen, dass die Waffe von schlechter Qualität wäre, nur eben vermutlich nicht ein originales Stück dieses Meisters. Gefäss und Waffe scheinen original zu sein, ein Foto der Vernietung würde hier helfen. Ich würde den Degen in die Zeit zwischen 1680 und 1720 datieren.

Für eine sichere Expertise reicht mein Wissen allerdings nicht aus, daher ist das nur mein persönlicher Eindruck.

Ich hoffe das hilft dir weiter.

Gruss und schönen Sonntag wünscht der
Microraptor

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Sonntag, 6. Juni 2021, 14:49

hallo. schöner degen aus dem späten 17 jhdt. die klingen aus dem 16. und 17.jhdt, die ich kenne, haben alle die inschriften eingeschlagen, wobei ich vom frühen 18.jhdt. auch schon geätzte inschriften gesehen habe. verzierungen wurden auch schon im 16.jhdt. geätzt. was auch für das späte 17.und 18.jhdt spricht, ist, dass die hohlkehlen zum gefäß hin sanft auslaufen, was bei den früheren klingen nicht der fall war. da reichten die hohlkehlen bis zum gefäß, oder bis unters gefäß hinein, oder endeten abrupt bei der fehlschärfe. die machart der klinge ist sicherlich der spanischen schule nachempfunden, möglicherweise auch in spanien entstanden (schwer zu sagen). der degen entspricht aber der französischen fechtschule, die in den 1660/70er jahren die ersten derartigen degen hervorgebracht hat, und deren verbreitung in der form eigentlich das ganze 18jhdt. anhielt. spanische gefäße in dieser ausführung hab ich eigentlich nicht in erinnerung. ist aber egal....ist ein netter degen. gratuliere.

4

Montag, 7. Juni 2021, 19:09

Vielen Dank euch beiden, Microraptor und Caliburn, für
euere ausführlichen Mitteilungen. Der Degen gefällt mir jetzt noch viel besser,
auch wenn es möglicherweise kein Original, sondern eine zeitgenössische Kopie ist.

Von der Vernietung habe ich Fotos angehängt. Da sind kräftige Kerben zu sehen, die mir vorher gar nicht auffielen.


Freundliche Grüße
Winfried
»winne« hat folgende Dateien angehängt:
  • 1 (1).JPG (4,12 MB - 38 mal heruntergeladen - zuletzt: 25. Juli 2021, 01:44)
  • 1 (2).JPG (4,09 MB - 38 mal heruntergeladen - zuletzt: 25. Juli 2021, 01:44)