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Mittwoch, 7. April 2021, 20:32

Rätselhafter Degen, vermutlich Bern, um 1740

Hallo zusammen
Ich habe einen ungewöhnlichen Degen erstanden, der mir mehrere Rätsel aufgibt.

Erstmal die Daten: Gesamtlänge: 885 mm.Klinge stammt wohl aus dem 17. Jahrhundert, vom Typ her entweder ein früher Stichdegen oder noch eine Rapierklinge. KL: ca 750mm. Zweischneidige Klinge mit flachem Mittelgrat und Hohlkehle im ersten Drittel, darin Inschrift und Zier-Ornamente. Auf beiden Seiten identische Zeichen. In den Schriftzeichen sind ganz feine Reste von Vergoldung zu erkennen. Die Zeichen sind schwer zu entziffern, anbei ein Detailfoto. Meiner Meinung nach steht da "INNO IJIS", oder was meint ihr? Die Bedeutung wäre wohl entweder die Herstellerbezeichnung oder irgendeine Chiffre. Bei vielen Klingen aus dieser Zeit waren ja christliche Sprüche oder ähnliches in die Klingen eingraviert.

Das Gefäss stammt aus dem 18. Jahrhundert, genauer aus der Zeit zwischen 1730 und 1750. Es entspricht von der Form her den Berner Waffen aus dieser Zeit, z. B. ist in der Sammlung Beck ein Säbel mit fast identischem Gefäss. Anbei sende ich noch einen Ausschnitt aus einem alten Katalog mit ähnlichen Waffen. Messinggefäss aus gegossenen und geschmiedeten Teilen, kugeliger Knauf, konischer Ansatz, Vernietknauf. Griff- und separater
Seitenbügel sind durch eine doppelte, diagonal angelegte
Spangenverbindung miteinander verbunden und münden in die Parierstange
resp.das Stichblatt. Ein weiterer quartseitiger Seitenbügel, der in der
Daumenbügelbasis endet, weist eine Spangenverbindung zum Griffbügel auf.
Zweiteiliges Stichblatt, die nierenförmigen, gegossenen Stichblätter
von unterschiedlicher Grösse sind gebörtelt. Zwischen den Stichblatthälften war wohl ein Parierstangenabschluss, der abgefeilt wurde. Vordere Zwinge mit Zierelementen und Marke. Feine Kupferdrahtwicklung mit Türkenbund aus Messing am Schluss. Soviel zur Technik.

Ich kann diese Waffe nicht so ganz einordnen. Ist das eine vollkommen originale Waffe? Wenn ja, für einen Offizier oder eher Unteroffizier? Welcher Kanton? Falls nicht original, was wurde daran verändert? Eure Meinungen dazu würden mich interessieren und könnten mir vielleicht bei der Zuordnung helfen.
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Mittwoch, 7. April 2021, 20:34

Detailfotos der Klinge
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Mittwoch, 7. April 2021, 20:38

Detailfotos vom Gefäss
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Mittwoch, 7. April 2021, 20:40

Und noch die Vergleichsfotos und Detailfoto der vorderen Zwinge.
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Mittwoch, 12. Mai 2021, 09:23

Grenadiersäbel der Schweizer in französischen Diensten um 1700

Hallo hier ein ähnliches Stück als Säbel:
Grenadiersäbel der Schweizer in französischen Diensten um 1700 , Messinggefäss, bedrahtete Hilze, Klinge mit beidseitigem Zug am Rücken. 960 / 800 / 40 / 22 ist im Buch „SABRES FRANCAIS 1680 – 1814 „ von Christian Blondieau
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Donnerstag, 13. Mai 2021, 07:38

[quote='Microraptor92','index.php?page=Thread&postID=45639#post45639'] Meiner Meinung nach steht da "INNO IJIS", oder was meint ihr?
[/quote]
Das "INNO IJIS" könnte vielleicht für "IN NOMINE PATRIS" stehen

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Donnerstag, 13. Mai 2021, 16:23

Hallo zusammen
Danke für eure Meinungen. @corrado: Ja, das könnte sein. Ich habe auch einen christlichen Spruch vermutet, die waren zu dieser Zeit sehr populär.

@Rothbarsch: Schönes Stück, ja das könnte passen. Ich habe mich mittlerweile durch diverse alte Auktionskataloge gewälzt, da gab es immer wieder Waffen mit identischen Gefässen. Sie werden alle als bernische Ordonnanz 1740(42) beschrieben. Die Wicklung habe ich in dieser Form bei Waffen aus der Zeit um 1650-1720 gesehen. Nach meinem Wissensstand würde ich ihn als bernischen Reiterdegen Ord. 1742 beschreiben. Was mich stutzig macht, sind die vielen verschiedenen Teile mit verschiedenem Alter. Auf mich wirkt das etwas zusammengeschustert. ?(